Was uns Halt gibt

Vor dir, Gott, sind alle Menschen gleich. Doch das erkennen viele Menschen nicht an. Sie machen Unter­schiede. In vielen Ländern werden Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft, Rasse oder Religion verachtet, verfolgt, misshandelt, getötet. Lass uns für sie eintreten und das Menschen­recht der Religi­ons­freiheit lautstark einfordern. Gib allen Gewissheit, dass du ihnen Gerech­tigkeit wider­fahren lassen wirst.

Innerhalb der Chris­tenheit gibt es viele verschiedene Kirchen. Ihre Entstehung ist durch die mensch­liche Unzuläng­lichkeit der Kirchen­führung einer­seits und anderer­seits durch die Selbst­herr­lichkeit weltlicher Herrscher oder von Glaubens­fa­na­tikern verur­sacht worden. So sind sehr unter­schied­liche Tradi­tionen entstanden. Bei der Ausge­staltung christ­lichen Glaubens, bei der Verehrung Gottes.

Entgegen der eindring­lichen Auffor­derung Jesu, die Einheit im Glauben zu wahren, ist die Einheit der Christen durch mensch­liches Versagen schon lange verloren gegangen. Dieses Übel hat sich festge­fressen. Herr, unser Gott, schenke uns die Einsicht, dass wir uns nicht nur gegen­seitig akzep­tieren, sondern in der Vielfalt der Tradi­tionen das Gemeinsame erkennen und im Gebet zuein­ander finden.

Bei den Mitgliedern der katho­li­schen Kirche gibt es viele unter­schied­liche Vorstel­lungen, wie Glauben gelebt werden kann. Das überkommene Herrschafts­system der Kirche wird von vielen nicht mehr anerkannt. Es herrscht statt­dessen die Vorstellung, man könne auch ohne Kirche ein „guter Mensch“ sein. Glauben ist zur Privat­sache geworden. Er wird nicht mehr mitein­ander und fürein­ander gelebt.

Nur die betagten Menschen unter uns haben noch die Erfahrung, wie entscheidend das Zusam­men­leben in christ­lichem Glauben in Zeiten der Not, der Diktatur und des Krieges für das Wohlergehen der Menschen ist. Wir müssen erkennen, dass man seine Überle­bens­be­din­gungen nicht in allem einem fürsorg­lichen Staat übergeben darf. Herr, unser Gott, hilf uns, Leben in christ­licher Gemein­schaft zu finden.

Wir danken dir, Herr, unser Gott, dass wir in Frieden und Freiheit leben dürfen. Das ist keine Selbst­ver­ständ­lichkeit. Deshalb bitten wir dich: Gib uns die Kraft und die Weisheit, Konflikte unter­ein­ander einver­nehmlich zu lösen und dadurch zumindest in unserem persön­lichen Lebens­be­reich Freiheit und Frieden zu erhalten. Wir brauchen die familiäre Gemein­schaft der Genera­tionen, um in stürmi­schen Zeiten Halt zu haben.

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