SINNphOLL

SINNphOLL-Thema: Sexua­lität

Dem Himmel nahe

Eine Text-Collage

Folge 4: Dasein für den anderen

Gegen­seitige Liebe

Franz Böckle (1921 – 1991), Professor, Dr., Katho­li­scher Moral­theologe: „Im Zeichen der Predigt vom Reich Gottes wurde auch die Ehe wie alle Formen und Insti­tu­tionen der jüdischen Tradition dem kriti­schen Maßstab der Liebe unter­worfen. Unter diesem Gesichts­punkt müssen sowohl die Ehege­spräche mit den Phari­säern wie auch die Antithesen der Bergpredigt verstanden und gedeutet werden. So ist etwa das Verbot der Scheidung, resp. der Wieder­ver­hei­ratung Geschie­dener, nicht als isolierte Geset­zes­no­velle zu verstehen, sondern als eine letzte Konse­quenz der Liebe, die Christus in die Welt gebracht hat und von seinen Jüngern im Zeichen des neuen Reiches fordert.“

Und: „Die Liebe, die Christus lehrt, soll in der Bereit­schaft zum Verzeihen selbst Untreue und Enttäu­schung überdauern. Sie weiß sich für den Gatten verant­wortlich bis zum Tod, und diese Verant­wortung kann nicht durch einen Schei­de­brief abgegolten werden. Damit aber wird die Ehe zum Ort und zum Zeichen des Heiles für die Verbun­denen, weil hier ein Mensch ganz und für immer aufge­rufen und ermächtigt wird, in Liebe für den andern da zu sein. Das ist wiederum der Weg, auf dem durch Christi erlösende Liebe die mensch­liche Insti­tution von innen her umgestaltet werden soll.”

Und: „Man kann konkrete Weisungen der Schrift nicht einfach unkri­tisch übernehmen und daraus eine für alle Zeit gültige Forderung ableiten. Man hat genau zu unter­scheiden, was an der Forderung überzeitlich gültig, und was an ihr kultur­ge­schichtlich bedingt ist.”

Und: “Die eigent­liche Askese der ehelichen Liebe liegt (aber) primär nicht im Verzicht auf die geschlecht­lichen Bezie­hungen, sondern in dem unabläs­sigen Bemühen, sie zu einem immer erfüll­teren Ausdruck der gegen­sei­tigen Liebe werden zu lassen. Darin liegt geradezu die Eigenart der ehelichen Keuschheit. Sie fordert ein tägliches kleines Absterben im egois­ti­schen Verlangen und ist aufs Ganze gesehen wohl ebenso schwer wie ein eheloser Total­ver­zicht.”

Zitate aus dem Artikel „Sexua­lität und sittliche Norm“, erschienen in der Zeitschrift „Stimmen der Zeit“ des Herder-Verlags, Heft 10, Oktober 1967

Verge­bende Liebe

Benedikt XVI: „Die leiden­schaft­liche Liebe Gottes zu seinem Volk – zum Menschen – ist zugleich verge­bende Liebe. Sie ist so groß, dass sie Gott gegen sich selbst wendet, seine Liebe gegen seine Gerech­tigkeit. Der Christ sieht darin schon verborgen sich anzeigend das Geheimnis des Kreuzes: Gott liebt den Menschen so, dass er selbst Mensch wird, ihm nachgeht bis in den Tod hinein und auf diese Weise Gerech­tigkeit und Liebe versöhnt.“

Und: „In der Tat gibt es eine vielfältige Sicht­barkeit Gottes. In der Geschichte der Liebe, die uns die Bibel erzählt, geht er uns entgegen, wirbt um uns – bis hin zum Letzten Abendmahl, bis hin zu dem am Kreuz durch­bohrten Herzen, bis hin zu den Erschei­nungen des Aufer­stan­denen und seinen Großtaten, mit denen er durch das Wirken der Apostel die entste­hende Kirche auf ihren Weg geführt hat.“

Zitat aus der Enzyklika „DEUS CARITAS EST“ von Papst Benedikt XVI., veröf­fent­licht im Jahr 2005

Das moralische Chaos des Götzen­dienstes

Franz Böckle: „Wenn die Menschen Gott, dem sie in dieser Welt begegnen können, nicht anerkennen, wenn sie die Kreatür­lichkeit leugnen und sich selbst und die Schöpfung zum Götzen machen, dann wachsen sie in ein morali­sches Chaos hinein.”

„Und: „Die Bibel entwi­ckelt keine eigene Staats- und Sozial­lehre. Sie dekre­tiert auch nichts über das, was spätere Genera­tionen Sinn und Zweck der Ehe nennen. Die mensch­liche Rechts­ordnung und die gesell­schaft­lichen Insti­tu­tionen werden in ihrer fakti­schen Gegebenheit respek­tiert. Weder Jesus selbst noch irgendein Apostel wendet sich explizit gegen die Insti­tution der Sklaverei. Das harte Straf­recht mit der Todes­strafe, der Kriegs­dienst, oder die gesell­schaft­liche Stellung der Frau finden keine direkte Kritik.”

Und: „Die Natur des Aktes sah man ausschließlich durch die Ausrichtung auf die Zeugung bestimmt, eine Auffassung, die durch das damalige Verständnis des Beischlafs zumindest stark gefördert wurde. Man muss sich nur vor Augen halten, dass die Eizelle (Anmerkung: der Frau) erst 1827 entdeckt wurde, und dass man bis weit über dieses Datum hinaus den Beischlaf von Seiten des Mannes mit der Tätigkeit des Sämanns verglich, der einen Samen in die Acker­furche streut.”

Und: „ Wenn es (aber) Augus­tinus, Thomas und anderen Theologen recht war, die Anfor­de­rungen christ­licher Existenz gemäß ihrem damaligen Verständnis von Sexua­lität zu inter­pre­tieren, warum soll es nicht auch das Recht und sogar die Pflicht unserer Generation sein?”

Zitate aus dem Artikel „Sexua­lität und sittliche Norm“, erschienen in der Zeitschrift „Stimmen der Zeit“ des Herder-Verlags, Heft 10, Oktober 1967

Ganzheit­licher Akt

Benedikt XVI.: „Zur Reife der Liebe gehört es, dass sie alle Kräfte des Mensch­seins einbe­zieht, den Menschen sozusagen in seiner Ganzheit integriert. Die Begegnung mit den sicht­baren Erschei­nungen der Liebe Gottes kann in uns das Gefühl der Freude wecken, das aus der Erfahrung des Geliebt­seins kommt. Aber sie ruft auch unseren Willen und unseren Verstand auf den Plan. Die Erkenntnis des leben­digen Gottes ist der Weg zur Liebe, und das Ja unseres Willens zu seinem Willen einigt Verstand, Wille und Gefühl zum ganzheit­lichen Akt der Liebe.“

Und: „Nur meine Bereit­schaft, auf den Nächsten zuzugehen, ihm Liebe zu erweisen, macht mich auch fühlsam Gott gegenüber. Nur der Dienst am Nächsten öffnet mir die Augen dafür, was Gott für mich tut und wie er mich liebt.“

Zitat aus der Enzyklika „DEUS CARITAS EST“ von Papst Benedikt XVI., veröf­fent­licht im Jahr 2005

Die Pharisäer

Neues Testament, Matthäus-Evangelium: „Da kamen einige Pharisäer zu ihm und versuchten, ihm eine Falle zu stellen. Sie fragten ihn: Ist es erlaubt, dass ein Mann seine Frau aus jedem belie­bigen Grund wegschickt? Jesus antwortete: Habt ihr nicht gelesen, was in den Heiligen Schriften steht? Dort heißt es, dass Gott am Anfang den Menschen als Mann und Frau geschaffen hat. Und er hat gesagt: ‘Deshalb verlässt ein Mann Vater und Mutter, um mit seiner Frau zu leben. Die zwei sind dann eins, mit Leib und Seele.’ Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Und was Gott zusam­men­gefügt hat, sollen Menschen nicht scheiden.

Die Pharisäer fragten: Wie kann Mose dann vorschreiben: Der Mann soll der Frau eine Schei­dungs­ur­kunde ausstellen und sie wegschicken? Jesus antwortete: Mose hat euch die Ehescheidung nur zugestanden, weil ihr euer Herz gegen Gott verhärtet habt – und damit eure Harther­zigkeit ans Licht kommt. Aber das war ursprünglich nicht so. Darum sage ich euch: Wer sich von seiner Frau trennt und eine andere heiratet, begeht Ehebruch – ausge­nommen den Fall, dass sie ihrer­seits die Ehe gebrochen hat.

Da sagten seine Jünger zu ihm: Wenn es zwischen Mann und Frau so steht, sollte man lieber gar nicht heiraten. Aber Jesus antwortete: Was ich jetzt sage, können nicht alle verstehen, sondern nur die, denen Gott das Verständnis gegeben hat. Es gibt verschiedene Gründe, warum jemand nicht heiratet. Manche Menschen sind von Geburt an eheun­fähig, manche – wie die Eunuchen – sind es durch einen späteren Eingriff geworden. Noch andere verzichten von sich aus auf die Ehe, weil sie ganz davon in Anspruch genommen sind, dass Gott jetzt seine Herrschaft aufrichtet. Das sage ich für die, die es verstehen können.

Auszug aus dem Neuen Testament: Matthäus-Evangelium, Kapitel 19, die Verse 3 bis 13; gemeinsame Übersetzung evange­li­scher und katho­li­scher Bibel­fach­leute, von der Deutschen Bibel­ge­sell­schaft 1982 unter dem Titel „Gute Nachricht Bibel“ veröf­fent­licht

Der Apostel Paulus schreibt über sich selbst und sein Ziel

Paulus an die Philipper: „Ich bin von Geburt ein Israelit aus dem Stamm Benjamin, ein Hebräer von reinster Abstammung. Was die Stellung zum Gesetz angeht, so gehörte ich zur strengen Richtung der Pharisäer. Mein Eifer ging so weit, dass ich die christ­liche Gemeinde verfolgte. Gemessen an dem, was das Gesetz vorschreibt, stand ich vor Gott ohne Tadel da.

Aber dies alles, was mir früher als Vorteil erschien, habe ich durch Christus als Nachteil erkannt. Ich betrachte überhaupt alles als Verlust im Vergleich mit dem überwäl­ti­genden Gewinn, dass ich Jesus Christus als meinen Herrn kenne. Durch ihn hat für mich alles andere seinen Wert verloren, ja, ich halte es für bloßen Dreck. Nur noch Christus besitzt für mich einen Wert.

Zu ihm möchte ich um jeden Preis gehören. Deshalb will ich nicht mehr durch mein eigenes Tun vor Gott als gerecht bestehen. Ich suche nicht meine eigene Gerech­tigkeit, die aus der Befolgung des Gesetzes kommt, sondern die Gerech­tigkeit, die von Gott kommt und denen geschenkt wird, die glauben. Ich möchte vor Gott als gerecht bestehen, indem ich mich in vertrau­endem Glauben auf das verlasse, was er durch Christus für mich getan hat. Ich möchte nichts anderes mehr kennen als Christus: Ich möchte die Kraft seiner Aufer­stehung erfahren, ich möchte sein Leiden mit ihm teilen. Mit ihm gleich geworden in seinem Tod, hoffe ich, auch zur Aufer­stehung der Toten zu gelangen.

Ich meine nicht, dass ich schon vollkommen bin und das Ziel erreicht habe. Ich laufe aber auf das Ziel zu, um es zu ergreifen, nachdem Jesus Christus von mir Besitz ergriffen hat. Ich bilde mir nicht ein, dass ich es schon geschafft habe. Aber die Entscheidung ist gefallen! Ich lasse alles hinter mir und sehe nur noch, was vor mir liegt. Ich halte geradewegs auf das Ziel zu, um den Sieges­preis zu gewinnen. Dieser Preis ist das ewige Leben, zu dem Gott mich durch Jesus Christus berufen hat.“

Und: „Ich habe euch schon oft gewarnt und wiederhole es jetzt unter Tränen: Die Botschaft, dass allein im Kreuzestod von Christus unsere Rettung liegt, hat viele Feinde. Ihr Ende ist die ewige Vernichtung. Der Bauch ist ihr Gott. Statt der Herrlichkeit bei Gott warten auf sie Spott und Schande. Sie haben nichts als Irdisches im Sinn. Wir dagegen haben schon jetzt Bürger­recht im Himmel, bei Gott. Von dort her erwarten wir auch unseren Retter, Jesus Christus, den Herrn.

Er wird unseren schwachen, vergäng­lichen Körper verwandeln, sodass er genauso herrlich und unver­gänglich wird wie der Körper, den er selber seit seiner Aufer­stehung hat. Denn er hat die Macht, alles seiner Herrschaft zu unter­werfen.“

Auszug aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Philippi: Kapitel 3, die Verse 5b bis 15 und 18 bis Ende 21

Vom Zusam­men­leben von Mann und Frau

Paulus an die Korinther: „Überhaupt hört man ganz schlimme Dinge von euch! Es soll da einen Fall von Unzucht geben, wie er nicht einmal unter den Menschen vorkommt, die Gott nicht kennen: dass nämlich einer mit seiner Stief­mutter zusam­menlebt. Und darauf seid ihr noch stolz und gebt es als Zeichen eurer christ­lichen Freiheit aus! Ihr solltet vielmehr traurig sein und den, der so etwas getan hat, aus eurer Gemein­schaft ausstoßen!“

„Hütet euch vor der Unzucht! Alle anderen Sünden, die ein Mensch begehen kann, betreffen nicht seinen Körper. Wer aber Unzucht treibt, vergeht sich an seinem eigenen Leib. Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt? Gott hat euch seinen Geist gegeben und ihr gehört nicht mehr euch selbst. Er hat euch freige­kauft und als sein Eigentum erworben. Macht ihm also Ehre an eurem Leib!“

„Nun aber zu dem, was ihr geschrieben habt! Ihr sagt: Das Beste ist es, wenn ein Mann überhaupt keine Frau berührt. Ich dagegen sage: Damit ihr nicht der Unzucht verfallt, soll jeder Mann seine Ehefrau haben und jede Frau ihren Ehemann. Der Mann soll der Frau die eheliche Pflicht leisten und ebenso die Frau dem Mann. Die Frau verfügt nicht über ihren Körper, sondern der Mann; ebenso verfügt der Mann nicht über seinen Körper, sondern die Frau.

Entzieht euch einander nicht – höchstens wenn ihr euch einig werdet, eine Zeit lang auf den ehelichen Verkehr zu verzichten, um euch dem Gebet zu widmen. Aber danach sollt ihr wieder zusam­men­kommen; sonst verführt euch der Satan, weil ihr ja doch nicht enthaltsam leben könnt. Was den zeitweisen Verzicht angeht, so sage ich das als Zugeständnis, nicht als bindende Vorschrift.

Aller­dings wäre es mir lieber, wenn alle ehelos lebten wie ich. Aber Gott gibt jedem Menschen seine besondere Gnadengabe. Den einen gibt er diese, den andern eben andere.

Den Unver­hei­ra­teten und den Verwit­weten sage ich: Es ist am besten, wenn sie meinem Vorbild folgen und allein bleiben. Aber wenn ihnen das zu schwer fällt, sollen sie heiraten. Das ist besser, als wenn sie von unbefrie­digtem Verlangen verzehrt werden.

Für die Verhei­ra­teten dagegen habe ich eine verbind­liche Vorschrift. Sie stammt nicht von mir, sondern von Christus, dem Herrn: Eine Frau darf sich von ihrem Mann nicht trennen. Hat sie sich von ihm getrennt, so soll sie unver­hei­ratet bleiben oder sich wieder mit ihrem Mann aussöhnen. Ebenso wenig darf ein Mann seine Frau fortschicken.

Im Übrigen sage ich, nicht der Herr: Wenn ein Christ eine ungläubige Frau hat, die weiterhin bei ihm bleiben will, soll er sich nicht von ihr trennen. Dasselbe gilt für eine Christin, die einen ungläu­bigen Mann hat: Wenn er bei ihr bleiben will, soll sie sich nicht von ihm trennen. Sie wird durch die Ehe mit ihm nicht befleckt, denn der ungläubige Mann wird durch die Verbindung mit ihr rein. Das Entspre­chende gilt für einen christ­lichen Mann mit einer ungläu­bigen Frau. Sonst müsstet ihr auch eure Kinder als befleckt betrachten, aber in Wirklichkeit sind sie doch rein.

Wenn aber der ungläubige Teil auf der Trennung besteht, dann gebt ihn frei. In diesem Fall ist der christ­liche Teil, Mann oder Frau, nicht an die Ehe gebunden. Gott hat euch zu einem Leben im Frieden berufen. Weißt du denn, Frau, ob du deinen Mann zum Glauben führen und dadurch retten kannst? Oder weißt du, Mann, ob dir das bei deiner Frau gelingt?“

Auszüge aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth: Kapitel 5, die Verse 1 und 2; Kapitel 6, die Verse 18 bis zum Ende des Kapitels und von Kapitel 7 die Verse 1 bis 17

Mitein­ander verschmelzen

Isabel Allende, Schrift­stel­lerin: „Die zwei Tage vergingen wie im Flug, wir erzählten uns unser Leben und liebten uns in einem hitzigen Strudel, in einer Hingabe, von der wir nicht genug bekamen in unserem wahnsin­nigen Verlangen, mit dem anderen zu verschmelzen, wieder und wieder gemeinsam zu sterben. … Wir stürzten mitein­ander in die Tiefe, lagen da, Arme und Beine inein­ander verschlungen, keuchend in unserem Schweiß, flüsternd. Dann erwachte das Verlangen erneut und heftiger zwischen den feuchten Laken; … Wir lernten, uns gemeinsam in die Lüfte zu schwingen, stöhnten unter demselben Peitschenhieb auf, der uns an den Rand des Todes trieb und uns endlich in eine tiefe Trägheit entließ.“

Zitiert aus Isabel Allendes Buch „Liebe“, die Seiten 70–71, erschienen als Taschenbuch im Suhrkamp Verlag 2011

Sünder! Allesamt!

Der Evangelist Johannes schreibt: „Am nächsten Morgen kehrte Jesus sehr früh zum Tempel zurück. Alle Leute dort versam­melten sich um ihn. Er setzte sich und sprach zu ihnen über den Willen Gottes. Da führten die Geset­zes­lehrer und Pharisäer eine Frau herbei, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte und sagten zu Jesus: Lehrer, diese Frau wurde ertappt, als sie gerade Ehebruch beging. Im Gesetz schreibt Mose uns vor, dass eine solche Frau gesteinigt werden muss. Was sagst du dazu? Mit dieser Frage wollten sie ihm eine Falle stellen, um ihn anklagen zu können. Aber Jesus bückte sich nur und schrieb mit dem Finger auf die Erde.

Als sie nicht aufhörten zu fragen, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch noch nie eine Sünde begangen hat, soll den ersten Stein auf sie werfen! Dann bückte er sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie das hörten, zog sich einer nach dem andern zurück; die Älteren gingen zuerst. Zuletzt war Jesus allein mit der Frau, die immer noch dort stand. Er richtete sich wieder auf und fragte sie: Frau, wo sind sie geblieben? Ist keiner mehr da, um dich zu verur­teilen? Keiner, Herr, antwortete sie. Da sagte Jesus: Ich verur­teile dich auch nicht. Du kannst gehen; aber tu diese Sünde nicht mehr!

Auszug aus dem Johannes-Evangelium, Kapitel 8, die Verse 2 bis 12

Hinweis

Die Folgen 1, 2 und 3 stehen unter Lesean­gebote 2