Sich Gott annähern

Für mich nicht mehr stupide und langweilig:
Wie ich den ‚Rosenkranz‘ bete

Dieses Gebet, das ich seit einigen Jahren vor allem in schlaf­losen Zeiten während der Nacht, aber gelegentlich auch mit einer Freundin per Telefon tagsüber gebetet habe, ist inspi­rie­render Teil meines religiösen Lebens. Wenn ich den Rosen­kranz bete, balle ich die Hände zu Fäusten und öffne sie nach und nach, Finger für Finger, zu den einzelnen Teilen der vorge­ge­benen Gebetsstruktur.

An Inten­sität hat mein Gebets­leben seit meinen letzten Berufs­jahren zugenommen. Ich habe viel gelesen, vorhan­denes Wissen früherer Zeit wieder hochgeholt und bin in einem ständigen Aufbe­reiten meiner Gedanken, Beobach­tungen, Eindrücke und Erfah­rungen. Daher ist mein Rosen­kranz­gebet kein festge­legter Wortablauf. Vielmehr variiere ich meine Vorstel­lungen und Formu­lie­rungen entspre­chend der situa­tiven Intuition.

Erst so konnte ich „den Rosen­kranz“ beten, der früher für mich eher abschre­ckend war: stupide und langweilig. Außerdem war Beten insgesamt für mich lange Zeit durch meine Beicht­er­fah­rungen vorbe­lastet. Das Beten einer bestimmten Anzahl von „Vater unser“ und „Gegrüßet seist Du Maria“ als Buße, also Strafe, empfand ich als verfehlt. Heute noch kostet es mich manchmal Überwindung, mit dem Beten zu beginnen.

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