SINNphOLL-Thema: Sexua­lität

Dem Himmel nahe

Eine Text-Collage

Folge 1: „Liebe ist Ekstase“

DEUS CARITAS EST

Benedikt XVI.: „Liebe zielt auf Ewigkeit. Ja, Liebe ist „Ekstase“, aber Ekstase nicht im Sinn des rausch­haften Augen­blicks, sondern Ekstase als ständiger Weg aus dem in sich verschlos­senen Ich zur Freigabe des Ich, zur Hingabe und so gerade zur Selbst­findung, ja, zur Findung Gottes: „Wer sein Leben zu bewahren versucht, wird es verlieren; wer es dagegen verliert, wird es gewinnen (Lk 17,33), sagt Jesus – ein Wort, das in mehreren Varianten bei ihm in den Evangelien wieder­kehrt (vgl. Mt 10,39; 16,25; Mk 8,35; Lk 9,24; Joh 12,25).“

Zitat aus der Enzyklika „DEUS CARITAS EST“ von Papst Benedikt XVI., veröf­fent­licht im Jahr 2005

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Ergeb­nisse wissen­schaft­licher Forschung, veröf­fent­licht in Wikipedia: „Die Orgas­mus­phase markiert die größte Inten­sität der Lustemp­findung; der Orgasmus dauert bei Männern und Frauen durch­schnittlich einige Sekunden. Der sex flush, die Durch­blutung der obersten Hautschichten, erhöht sich auf ein Maximum. Es kommt zu unwill­kür­lichen, rhyth­mi­schen Muskel­kon­trak­tionen in der Genital- und Analregion mit einem Intervall von ungefähr 0,8 Sekunden.“

Das Volk Israel entsteht

Bibel, Altes Testament: „Der HERR (also Gott) sprach zu Abram: Verlass deine Heimat, deine Sippe und die Familie deines Vaters und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde! Ich will dich segnen und dich zum Stamm­vater eines mächtigen Volkes machen. Dein Name soll in aller Welt berühmt sein. An dir soll sichtbar werden, was es bedeutet, wenn ich jemand segne.

Aber Sarai (später Sara), mit der Abram (später Abraham genannt) verhei­ratet war, bekam keine Kinder.

Damals brach im Land Kanaan eine schwere Hungersnot aus. Darum suchte Abram Zuflucht in Ägypten. Als er an die ägyptische Grenze kam, sagte er zu Sarai: Ich weiß, dass du eine schöne Frau bist. Wenn die Ägypter dich sehen, werden sie sagen: ‘Das ist seine Frau’, und sie werden mich totschlagen, um dich zu bekommen. Sag deshalb, du seist meine Schwester, dann werden sie mich deinet­wegen gut behandeln und am Leben lassen.

In Ägypten traf ein, was Abram voraus­ge­sehen hatte. Überall fiel Sarai durch ihre Schönheit auf. Die Hofleute priesen sie dem Pharao in den höchsten Tönen, und er ließ sie in seinen Palast holen. Ihr zuliebe war er freundlich zu Abram und schenkte ihm Schafe und Ziegen, Rinder, Esel und Kamele, Sklaven und Sklavinnen.

Doch weil der Pharao sich die Frau Abrams genommen hatte, bestrafte der HERR ihn mit einer schweren Krankheit, ihn und alle andern in seinem Palast. Da ließ der Pharao Abram rufen und sagte zu ihm: Warum hast du mir das angetan? Du hättest mir doch sagen können, dass sie deine Frau ist! Aber du hast sie für deine Schwester ausge­geben, nur deshalb habe ich sie mir zur Frau genommen. Nun, sie gehört dir; nimm sie und geh!

Der Pharao bestellte eine Abteilung Soldaten und ließ Abram mit seiner Frau und seinem ganzen Besitz über die Grenze bringen.

Abrams Frau Sarai blieb kinderlos. Sie hatte aber eine ägyptische Sklavin namens Hagar. So sagte sie zu ihrem Mann: Du siehst, der HERR hat mir keine Kinder geschenkt. Aber vielleicht kann ich durch meine Sklavin zu einem Sohn kommen. Ich überlasse sie dir. Abram war einver­standen, und Sarai gab ihm die ägyptische Sklavin zur Frau.

Abram schlief mit Hagar und sie wurde schwanger.

Hagar gebar Abram einen Sohn, und Abram nannte ihn Ismaël. Abram war damals 86 Jahre alt.

Als Abram 99 Jahre alt war, erschien ihm der HERR und sagte zu ihm: Ich schließe mit dir einen Bund und mache dir die feste Zusage: Ich will dir unermesslich viele Nachkommen geben.

Dann sagte Gott zu Abraham: Deine Frau Sarai sollst du von jetzt an Sara nennen. Ich will sie segnen und dir auch durch sie einen Sohn schenken. Ich segne sie so, dass sie die Mutter ganzer Völker wird, sogar Könige werden von ihr abstammen. Nächstes Jahr um diese Zeit komme ich wieder zu dir, dann wird deine Frau einen Sohn haben.

Sara stand im Rücken Abrahams am Zelteingang und horchte. Die beiden waren damals schon alt, und Sara war schon lange über die Wechsel­jahre hinaus. Sie lachte in sich hinein und dachte: Jetzt, wo ich alt und verwelkt bin, soll ich noch ein Kind empfangen? Und mein Mann ist auch viel zu alt!

Da sagte der HERR zu Abraham: Warum hat Sara gelacht? Warum zweifelt sie daran, dass sie noch ein Kind gebären wird? Ist für den HERRN irgend­etwas unmöglich? Nächstes Jahr um die verab­redete Zeit komme ich wieder, dann hat Sara einen Sohn.

Der HERR dachte an Sara und tat an ihr, was er angekündigt hatte.

Sie wurde schwanger und gebar Abraham noch in seinem Alter einen Sohn. Es war genau zu der Zeit, die Gott angegeben hatte. Abraham nannte den Sohn, den Sara ihm geboren hatte, Isaak. Isaak wuchs und gedieh. Als er von der Mutter­brust entwöhnt wurde, feierte Abraham mit seinen Leuten ein großes Fest.

Eines Tages sah Sara den Sohn der Ägypterin Hagar spielen, das Kind, das diese Abraham geboren hatte. Da sagte sie zu ihrem Mann: Jag diese Sklavin und ihren Sohn fort! Der Sohn der Sklavin darf nicht mit meinem Sohn Isaak zusammen erben! Abraham missfiel das sehr, denn auch Ismaël war ja sein Sohn. Aber Gott sagte zu Abraham: Gräme dich nicht wegen des Jungen und deiner Sklavin! Tu, was Sara von dir verlangt; denn die Nachkommen Isaaks sollen als deine recht­mä­ßigen Nachkommen gelten. Aber auch den Sohn der Sklavin werde ich zu einem Volk machen, weil er von dir abstammt.

Abraham war sehr alt geworden. Der HERR hatte ihn gesegnet und ihm alles gelingen lassen. Eines Tages sagte er zu seinem ältesten Knecht, der seinen ganzen Besitz verwaltete: Leg deine Hand zwischen meine Beine und schwöre mir! Versprich mir beim HERRN, dem Gott des Himmels und der Erde, dass du für meinen Sohn Isaak keine Frau auswählst, die hier aus dem Land Kanaan stammt. Gib mir dein Wort, dass du in meine Heimat gehst und ihm eine Frau aus meiner Verwandt­schaft suchst.“

Anmerkung: „Leg deine Hand zwischen meine Beine und schwöre mir!“ Dazu gibt es eine Erläu­terung: „Die Berührung des Zeugungs­gliedes als der >Quelle des Lebens< macht den Eid in beson­derem Maße verbindlich.“

Der Nachfolger Abrahams: Isaak

„Da legte der Verwalter seine Hand zwischen die Beine Abrahams und schwor ihm, alles so auszu­führen, wie er es verlangt hatte. Dann machte er zehn von den Kamelen seines Herrn reise­fertig, nahm wertvolle Geschenke mit und reiste nach Mesopo­tamien, in die Stadt, in der die Familie von Abrahams Bruder Nahor lebte. Als er dort ankam, hielt er an der Quelle vor der Stadt an und ließ die Kamele nieder­knien. Es war gegen Abend, um die Zeit, wenn die Frauen zum Wasser­holen heraus­kommen.

Da kam aus der Stadt ein Mädchen mit einem Wasserkrug auf der Schulter. Es war Rebekka, die Tochter von Betuël und Enkelin von Milka, der Frau von Abrahams Bruder Nahor. Sie war sehr schön und noch nicht verhei­ratet; kein Mann hatte sie berührt.

Am anderen Morgen sagte Abrahams Verwalter zum Bruder des Mädchens und zu seiner Mutter: Lasst mich jetzt zu meinem Herrn zurück­kehren! Die beiden baten ihn: Lass sie doch noch eine Weile bei uns bleiben, nur zehn Tage; dann kann sie mit dir gehen! Er aber sagte: Haltet mich nicht auf! Gott in seiner Güte hat meine Reise gelingen lassen. Ich möchte jetzt zu meinem Herrn zurück­kehren.

Wir rufen das Mädchen, sagten die beiden, sie soll selbst entscheiden. Sie riefen Rebekka und fragten sie:

Willst du mit diesem Mann mitgehen? Rebekka sagte: Ja, das will ich.

Da verab­schie­deten sie Rebekka und ihre Amme und auch den Verwalter Abrahams mit seinen Leuten. Sie segneten Rebekka und sagten: Schwester, du sollst die Mutter von vielen Tausenden werden! Mögen deine Nachkommen ihre Feinde besiegen und ihre Städte erobern!

Isaak wohnte zu der Zeit im südlichsten Teil des Landes in der Nähe des Brunnens Lahai-Roi. Eines Abends, als er gerade auf dem Feld war, sah er auf einmal Kamele daher­kommen. Auch Rebekka hatte Isaak erblickt. Schnell stieg sie vom Kamel und fragte den Verwalter Abrahams: Wer ist der Mann, der uns dort entge­gen­kommt? Es ist mein Herr, erwiderte er; und Rebekka bedeckte ihr Gesicht mit dem Schleier.

Der Besitz­ver­walter erzählte Isaak, was alles geschehen war, und Isaak führte Rebekka in das Zelt seiner Mutter Sara.

Er nahm sie zur Frau und gewann sie lieb.

Als Isaak 40 Jahre alt war, heiratete er Rebekka, die Tochter von Betuël aus dem oberen Mesopo­tamien, die Schwester Labans. Rebekka aber bekam keine Kinder. Deshalb betete Isaak zum HERRN, und der HERR erhörte seine Bitte. Daraufhin empfing Rebekka Zwillinge. Als die Kinder im Mutterleib heftig gegen­ein­ander stießen, sagte sie: Wenn es so steht, warum bin ich dann schwanger geworden? Sie ging, um den HERRN zu befragen, und der HERR gab ihr die Antwort: Zwei Völker trägst du jetzt in deinem Leib, in deinem Schoß beginnen sie zu streiten. Das eine wird das andere unter­werfen: der Erstge­borene wird dem Zweiten dienen.

Als die Zeit der Entbindung kam, brachte Rebekka tatsächlich Zwillings­brüder zur Welt. Der erste, der herauskam, war am ganzen Körper mit rötlichen Haaren bedeckt; sie nannten ihn Esau. Danach kam sein Bruder heraus, der hielt Esau an der Ferse fest; darum nannten sie ihn Jakob. Ihr Vater Isaak war 60 Jahre alt, als die beiden geboren wurden.

Als Esau 40 Jahre alt war, heiratete er zwei Hetite­rinnen, Jehudit, die Tochter von Beeri, und Basemat, die Tochter von Elon.

Darüber waren Isaak und Rebekka sehr bekümmert.

Rebekka sagte zu Isaak: Das Leben ist mir verleidet, weil Esau diese Hetite­rinnen gehei­ratet hat. Wenn auch noch Jakob eine Frau aus dem Land hier nimmt, möchte ich lieber gleich sterben.

Da rief Isaak seinen Sohn Jakob zu sich. Er segnete ihn und sagte:

Du darfst auf keinen Fall eine Frau aus dem Land Kanaan heiraten!

Geh nach Mesopo­tamien zur Familie Betuëls, des Vaters deiner Mutter, und nimm dir eine von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter, zur Frau. Gott, der Gewaltige, wird dich segnen. Er wird dich fruchtbar machen und dir viele Nachkommen schenken, sodass aus dir eine ganze Schar von Völkern wird.

Nachdem Isaak ihn verab­schiedet hatte, ging Jakob ins obere Mesopo­tamien zu Laban, dem Sohn des Aramäers Betuël, dem Bruder von Rebekka, seiner und Esaus Mutter. Eines Tages kam er am Rand der Steppe zu einem Brunnen, aus dem die Hirten der Gegend ihr Vieh tränkten.

Jakob wird zum Stamm­vater der 12 Stämme Israels

Meine Brüder, wo seid ihr zu Hause?, fragte Jakob die Hirten. In Haran, antwor­teten sie. Er fragte weiter: Kennt ihr dort Laban, den Sohn Nahors? Gewiss, sagten sie. Geht es ihm gut?, wollte Jakob wissen. O ja, war die Antwort; da drüben kommt gerade seine Tochter Rahel mit ihrer Herde!

Jakob sah Rahel und ihre Herde, und er sagte sich: Sie ist die Tochter Labans, des Bruders meiner Mutter, und das hier sind die Schafe und Ziegen Labans, des Bruders meiner Mutter! Und er ging zum Brunnen, schob den Stein zur Seite und tränkte die Tiere Labans, des Bruders seiner Mutter.

Dann küsste er Rahel und weinte laut.

Er sagte ihr, dass er der Neffe ihres Vaters und ein Sohn von Rebekka sei; und sie lief zu ihrem Vater und erzählte es ihm. Als Laban hörte, dass der Sohn seiner Schwester gekommen war, lief er Jakob entgegen. Er umarmte und küsste ihn und nahm ihn mit sich in sein Haus.

Jakob war schon einen Monat lang im Haus seines Onkels. Eines Tages sagte Laban zu ihm: Du sollst nicht umsonst für mich arbeiten, nur weil du mein Verwandter bist. Was willst du als Lohn haben? Nun hatte Laban zwei Töchter, die ältere hieß Lea, die jüngere Rahel. Lea hatte glanzlose Augen, Rahel aber war ausnehmend schön. Jakob liebte Rahel und so sagte er:

Gib mir Rahel, deine jüngere Tochter, zur Frau!

Ich will dafür sieben Jahre bei dir arbeiten. Laban sagte: Ich gebe sie lieber dir als einem Fremden. Bleib also die Zeit bei mir!

Jakob arbeitete bei Laban sieben Jahre für Rahel, und weil er sie so sehr liebte, kamen ihm die Jahre wie Tage vor. Danach sagte er zu Laban: Die Zeit ist um. Gib mir jetzt die Frau, um die ich gearbeitet habe! Ich will mit ihr Hochzeit halten.

Laban lud alle Leute im Ort zur Hochzeits­feier ein. Aber am Abend führte er nicht Rahel, sondern Lea ins Braut­gemach und Jakob schlief mit ihr. Als Dienerin gab Laban ihr seine Sklavin Silpa.

Am Morgen sah Jakob, dass es gar nicht Rahel, sondern Lea war. Da stellte er Laban zur Rede: Warum hast du mir das angetan? Ich habe doch um Rahel gearbeitet!

Warum hast du mich betrogen?

Es ist bei uns nicht Sitte, erwiderte Laban, die Jüngere vor der Älteren wegzu­geben. Verbringe jetzt mit Lea die Hochzeits­woche, dann geben wir dir Rahel noch dazu. Du wirst dann um sie noch einmal sieben Jahre arbeiten.

Jakob ging darauf ein. Nachdem die Woche vorüber war, gab Laban ihm auch Rahel zur Frau. Als Dienerin gab er Rahel seine Sklavin Bilha.

Jakob schlief auch mit Rahel, und er hatte sie lieber als Lea.

Der HERR sah, dass Jakob Lea zurück­setzte, deshalb schenkte er ihr Kinder, während Rahel kinderlos blieb. Als Lea ihren ersten Sohn geboren hatte, sagte sie: Der HERR hat meinen Kummer gesehen; jetzt wird mein Mann mich lieben. Deshalb nannte sie das Kind Ruben. Danach wurde sie wieder schwanger und gebar einen zweiten Sohn. Sie sagte: Der HERR hat mir auch noch diesen gegeben, weil er gehört hat, dass mein Mann mich zurück­ge­setzt hat. So nannte sie ihn Simeon.

Wieder wurde sie schwanger und gebar einen Sohn. Jetzt habe ich meinem Mann drei Söhne geboren, sagte sie; nun wird er vielleicht doch an mir hängen. Deshalb nannte sie ihn Levi. Als sie schließlich ihren vierten Sohn zur Welt brachte, sagte sie: Jetzt will ich dem HERRN danken, und nannte ihn Juda. Dann bekam sie lange Zeit keine Kinder mehr.

Als Rahel sah, dass Lea Kinder bekam und sie nicht, wurde sie eifer­süchtig auf ihre Schwester und sagte zu Jakob: Sorge dafür, dass ich Kinder bekomme, sonst will ich nicht länger leben! Jakob wurde zornig und sagte: Kann denn ich etwas dafür? Ich bin doch nicht Gott, der dir Kinder versagt! Da sagte Rahel:

Hier hast du meine Dienerin Bilha. Schlafe mit ihr, damit sie an meiner Stelle ein Kind bekommt. Wenn sie es auf meinem Schoß zur Welt bringt, ist es wie mein eigenes.

So gab Rahel ihm ihre Dienerin Bilha zur Frau und er schlief mit ihr. Bilha wurde schwanger und gebar Jakob einen Sohn. Rahel sagte: Gott hat mir zu meinem Recht verholfen, er hat meine Bitten gehört und mir einen Sohn geschenkt. Darum nannte sie ihn Dan. Danach wurde Rahels Dienerin Bilha noch einmal schwanger und gebar Jakob einen weiteren Sohn. Rahel sagte: Mit Gottes Hilfe habe ich gegen meine Schwester gekämpft und habe gesiegt. Und sie nannte ihn Naftali.

Als Lea sah, dass sie keine Kinder mehr bekam, gab sie Jakob ihre Dienerin Silpa zur Frau. Auch Silpa gebar Jakob einen Sohn. Er bringt Glück, sagte Lea und nannte ihn Gad. Danach gebar Silpa noch einen zweiten Sohn, und Lea sagte: Ich bin glücklich! Alle Frauen werden mich beneiden. Darum nannte sie ihn Ascher.

Zur Zeit der Weizen­ernte ging Ruben einmal aufs Feld. Er fand dort Alraun­früchte und brachte sie seiner Mutter Lea. Da bat Rahel ihre Schwester: Gib mir doch ein paar von diesen Zauber­früchten, die dein Sohn gefunden hat. Aber Lea sagte: Reicht es dir nicht, dass du mir meinen Mann wegge­nommen hast? Musst du mir auch noch die Liebes­äpfel meines Sohnes nehmen? Rahel erwiderte:

Wenn du sie mir gibst, soll Jakob meinet­wegen heute Nacht bei dir schlafen.

Als Jakob am Abend vom Feld nach Hause kam, ging ihm Lea entgegen und sagte: Heute musst du bei mir schlafen; ich habe dafür mit den Liebes­äpfeln meines Sohnes bezahlt. Jakob schlief bei ihr, und Gott erhörte Leas Bitte. Sie wurde schwanger und gebar Jakob einen fünften Sohn. Sie sagte: Gott hat mich dafür belohnt, dass ich meinem Mann meine Dienerin gegeben habe. Darum nannte sie ihn Issachar. Sie wurde noch einmal schwanger und gebar Jakob einen sechsten Sohn. Und sie sagte: Gott hat mir ein kostbares Geschenk gemacht. Jetzt endlich wird mein Mann mich annehmen, nachdem ich ihm sechs Söhne geboren habe. Darum nannte sie ihn Sebulon. Danach gebar sie noch eine Tochter und nannte sie Dina.

Da endlich dachte Gott an Rahel: Er erhörte ihr Gebet und öffnete ihren Mutter­schoß. Sie wurde schwanger und brachte einen Sohn zur Welt. Da sagte sie:

Gott hat meine Schande von mir genommen.

Sie nannte ihn Josef und sagte: Möge der HERR mir noch einen Sohn dazugeben!

Nachdem Jakob aus Mesopo­tamien zurück­ge­kehrt war, erschien ihm Gott ein weiteres Mal. Er segnete ihn und sagte: Du sollst von jetzt an nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel. Weiter sagte Gott: Ich bin der Gewaltige. Sei fruchtbar und vermehre dich! Deine Nachkommen sollen zu einem ganzen Volk, ja zu einem Verband von Völkern werden, und sogar Könige werden von dir abstammen. Dir und deinen Nachkommen will ich das Land geben, das ich Abraham und Isaak zugesprochen habe.

Jakob zog mit seiner Familie weiter. Als sie nur noch ein kleines Stück von Efrata entfernt waren, setzten bei Rahel die Wehen ein. Sie hatte eine sehr schwere Geburt. Während sie sich unter großen Schmerzen abmühte, rief ihr die Hebamme zu: Hab keine Angst!

Du hast wieder einen Sohn!

Aber Rahel spürte, dass es mit ihr zu Ende ging. Deshalb nannte sie das Kind Ben-Oni; aber sein Vater nannte es Benjamin.

Jakob hatte zwölf Söhne. Die Söhne, die Lea geboren hatte, waren: Ruben, der Erstge­borene, Simeon, Levi, Juda, Issachar und Sebulon. Die Söhne, die Rahel geboren hatte, waren: Josef und Benjamin. Die Söhne von Bilha, der Dienerin Rahels, waren Dan und Naftali, die von Silpa, der Dienerin Leas, waren Gad und Ascher.

Extra­hiert aus dem Buch Genesis, Kapitel 11, Vers 29a bis Kapitel 35, Vers 26a in der gemein­samen Übersetzung evange­li­scher und katho­li­scher Bibel­fach­leute und von der Deutschen Bibel­ge­sell­schaft 1982 unter dem Titel „Gute Nachricht Bibel“ veröf­fent­licht

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