Übung 2: Der passende Ausdruck

Ein passendes Wort und eine zutref­fende Wortkom­bi­nation hat man nur dann spontan und vielfältig zur Verfügung, wenn man seine Ausdrucks­fä­higkeit nicht beim Verlassen der Schule für abgeschlossen hält, sondern durch regel­mäßige Übungen erhält und weiter­ent­wi­ckelt. Wer nicht an der Ausweitung und Verbes­serung seiner Ausdrucks­fä­higkeit arbeitet, läuft Gefahr, sich unvoll­ständig und missver­ständlich zu artiku­lieren. Man sagt oder schreibt etwas anderes, als man eigentlich will. Und man wird anders verstanden, als man gemeint hat.

Für die folgende Übung werden zwölf Adjektive vorge­geben. Jedes soll in einem ersten Durchgang in spontaner Assoziation mit einem zweiten Adjektiv ergänzt werden (Beispiel: Vorgabe “richtig”, spontane Ergänzung “und recht­zeitig”). In einem zweiten Durchgang soll durch die Ergänzung eines zweiten Adjektivs das Gegenteil ausge­drückt werden (Beispiel: “richtig”, “falsch”). In einem dritten Durchgang ist ein ähnliches Wort zu dem vorge­ge­benen Wort zu finden (Beispiel: “richtig”, “zutreffend”). In einem vierten Durchgang soll dem vorge­ge­benen Adjektiv spontan ein Substantiv beigegeben werden (Beispiel: “richtig”, “richtige Antwort”). In einem fünften Durchgang ist dem gegen­tei­ligen Adjektiv ein Substantiv beizu­geben (Beispiel: “falsche Erwartung”). Und in einem letzten Durchgang wird dem ähnlichen Wort ein Substantiv beigegeben (Beispiel: “zutref­fende Einschätzung”). Vermeiden Sie, dieselben Worte zweimal zu benutzen! Also:

1. spontan ergänzen, was einem einfällt,
2. das Wort mit der gegen­tei­ligen Bedeutung nennen,
3. ein Wort suchen, das dem vorge­ge­benen ähnlich ist,
4. dem vorge­ge­benen Wort ein Substantiv beifügen,
5. dem Wort mit gegen­tei­liger Bedeutung ein Substantiv beifügen und
6. dem ähnlichen Wort ein Substantiv hinzu­fügen.

Erster Arbeits­schritt: Entwi­ckeln Sie ein Arbeits­schema, das Ihnen hilft, die Übung übersichtlich und zügig durch­zu­führen. Damit schaffen Sie die Voraus­setzung, diese Übung in eigener Regie beliebig oft und variierend zu nutzen: statt der von mir vorge­ge­benen Adjektive eigene Worte einsetzen; das können auch Substantive oder Verben sein — dann aller­dings müssen die Aufga­ben­stel­lungen 4. bis 6. entspre­chend angepaßt werden.

Übrigens: Beim spontanen Assozi­ieren können Vorur­teile erkennbar werden (Beispiel: “alt” — “und gebrechlich”). Viel Spaß!

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