Können Sie allein sein?

Wer mit sich im Reinen ist, hat sich akzep­tiert. Er kann ertragen, dass er unvoll­kommen ist. Für sein Selbst­be­wusstsein braucht er nicht das ständige Lob von Mitmen­schen. Als sein eigener Unter­nehmer ist er auf Selbst­ver­bes­serung bedacht. Zeiten höchster Konzen­tration und Anstrengung wechseln mit Zeiten der Muße. Seinen Nächsten liebt er wie sich selbst. Weil er sich seiner­seits geliebt fühlt, verfällt er nicht in Einsamkeit. Er kann allein sein.

Kraft aus der Stille schöpfen

Ausge­gli­chene und stand­feste Personen zeigen gleicher­maßen Herz und Verstand. Starke Gefühle setzen den Verstand nicht außer Funktion, und der intel­lek­tuelle Umgang mit den Anfor­de­rungen des Lebens trocknet nicht die Gefühle aus. Solche Menschen sind warmherzig und bewahren doch einen kühlen Kopf. In Gesell­schaft bewegen sie sich ungezwungen, genießen es aber auch, allein zu sein. Den Nächsten lieben sie genauso wie sich selbst. Sie strahlen Ruhe aus. Ihre Kraft schöpfen sie aus der Stille. Sie können schweigen, sind dennoch nicht wortkarg. Sie achten bei allem auf den richtigen Zeitpunkt und die Wahl ihrer Worte und Taten. Von Selbst­herr­lichkeit ist bei ihnen nichts zu spüren, eher von Beschei­denheit. Denn sie wissen um ihre Unvollkom-menheit.

Wer mit sich selbst zurecht kommt, kann seine Unvoll­kom­menheit ertragen. Seine Fehler und Schwächen schiebt er nicht auf andere. Er steht zu seinen Irrtümern und zu seinem Versagen, aber er findet sich nicht damit ab. Statt dessen geht er mit wachen Sinnen und präzisem Denken den Ursachen nach. Sich und sein Umfeld in verschie­denen Perspek­tiven und von unter­schied­lichen Stand­punkten aus zu betrachten, hat er sich zur Gewohnheit gemacht. Er ist bemüht, Entwick­lungen zu Ende zu denken. Unablässig ist er darauf aus, Handlungs­ab­läufe und Verhal­tens­weisen da zu ändern, wo es ihm am ehesten möglich ist und die größte Wirkung zeigt: bei sich selbst! Er arbeitet die Tages­er­eig­nisse auf und zieht daraus Schlüsse für sich und sein Leben. Nachdenken ist eine seiner Haupt­be­schäf­ti­gungen. Dazu liebt er es, allein zu sein.

Alles mit Maß und zur rechten Zeit

Ein Unter­nehmer fragte mich, als ich gerade von einem Urlaub auf Mallorca zurück­ge­kommen war, ob ich nicht eine abgelegene Finca mit ein paar rusti­kalen Gäste­zimmern wüsste. Seine Führungs­mann­schaft müsse einmal ausspannen, müsste zur Ruhe kommen. Kein Seminar, auch keine sport­lichen Aktivi­täten; vielleicht ein paar Hilfen zum Abschalten, meinte er. Der Einsicht, dass man zur Ruhe kommen können muss, stimmte ich vorbe­haltlos zu. Aber so, wie er sich das dachte – da musste ich ihn enttäu­schen. Menschen lassen sich nicht wie Maschinen abschalten. Doch heute gehört es zur Machbar­keits-Atmosphäre von Managern in Führungs­etagen zu glauben, Menschen seien als Kunden wie als Mitar­beiter beliebig manipu­lierbar. Es bedürfe nur der richtigen Arran­ge­ments und Beein­flus­sungs­tech­niken.

Es gibt Mitar­beiter, die sich auf die Lebens­per­spektive einer Karriere reduzieren lassen. Wer das mit sich machen lässt, läuft Gefahr auszu­brennen. Dagegen helfen keine zwei Wochen auf einer entle­genen Finca, sondern nur, sein Leben als sein eigener Unter­nehmer wahrzu­nehmen und zu gestalten. Dazu muss man raus aus der Herde – und das heißt: allein sein können.

Maschinen kann man so konstru­ieren, dass sie dauerhaft Hochleistung bringen. Menschen sind anders geschaffen. Sie brauchen den Wechsel von Anspannung und Entspannung, von konzen­trierter Arbeit und erhol­samer Ruhe. Wer das über längere Zeit in seinem Tageslauf missachtet, riskiert Leistungs­un­fä­higkeit. Entweder kommt er von seiner Hektik nicht mehr runter, kann er nicht mehr loslassen oder er kommt aus seiner Hänge­matte nicht mehr raus und versagt, wenn Anstrengung notwendig ist. Alles mit Maß und zur rechten Zeit zu tun, gehört zu den Aufgaben des Selbst­ma­nage­ments. Die Voraus­set­zungen für Höchst­leis­tungen schafft, wer sich auspendeln kann. Denn er versteht es, Kraft zu sammeln und auf ein Ziel auszu­richten.

Zur Ruhe kommen, Stille ertragen, abschalten, loslassen, entspannen und zu sich selbst finden, mit sich etwas anfangen können – dazu muss man mit sich ins Reine kommen. Kein Verdrängen, kein Selbst­betrug, kein Weglaufen, kein Abtöten. Ehrlich zu sich sein! Dabei kann einem niemand helfen. Jeder muss das alleine schaffen, wenn er nicht fremd­ge­steuert, sondern als Herr seiner selbst leben will.

Beschreiben Sie Ihren Lebensweg!

Unser Leben vollzieht sich nicht auf einem Platz, sondern auf einer Straße. Wie ein Fluss Ufer hat, so hat unsere Lebens­straße, unser Lebensweg Ränder. Dieser Weg verläuft durch Raum und Zeit. Die Ränder wie der Verlauf sind teils vorge­geben, teils von uns selbst bestimmt. Sie bestimmen die Bandbreite unseres Denkens und Handelns. Die Lebens­um­stände und unsere Lebens­ge­staltung bestimmen in einem Wechsel­spiel den Verlauf unseres Lebens. Auf welchem Lebensweg befinden Sie sich? Nehmen Sie sich nach dem Lesen dieses Kapitels die Zeit, ihn so ausführlich wie möglich zu beschreiben!

An den Rändern unseres Lebens­weges stehen Merktafeln. Sie erinnern uns an die großen Ereig­nisse wie Schul­ab­schluss, Auszug aus dem Elternhaus, Start in den Beruf, Famili­en­gründung; oder auch an Schick­sals­schläge, die unserem Leben eine andere Richtung gegeben haben. Es gibt an den Rändern auch Schilder, deren Aufschriften sich wieder­holen. Dabei entsprechen sich einige Aufschriften am linken Rand mit denen am rechten Rand, sie bilden gleichsam Pole, zu denen wir uns wechsel­weise aus der Mitte des Weges jeweils hinbe­wegen. Solche Pole kennzeichnen Situa­tionen und Gefühle: allein – gesellig, Trauer – Freude, aktiv – passiv, Stärke – Schwäche, laut – leise. Es gibt viele weitere Pol-Paare.

Das Pendeln zwischen den Polen ist wichtig. Denn nur so schafft man den Ausgleich zwischen seinen Gefühlen, seinem Denken und Handeln. Wer bei dem einen oder anderen Pol zulange verweilt, verliert das Gefühl für die Mitte seines Lebens­weges. Immer nur Freude erleben zu wollen, macht süchtig. Aber als freudiger Mensch auch trauern können, hält einen auf der Bahn des Lebens.

Zur Ruhe kommen und überlegen

Um auf seinem Lebensweg nicht außer Atem zu geraten und schlapp zu machen, muss man sich fit halten und auf die richtige Ausrüstung achten. Das kann jeder nur für sich selbst tun. Man kann sich Ratschläge holen und beobachten, was andere wie tun. Doch für sich daraus die Nutzan­wen­dungen ziehen, das kann jeder nur für sich allein. Daher sagt man zu Recht: Das muss ich mir in Ruhe überlegen. Also muss ich erstens zur Ruhe kommen und zweitens überlegen. Zur Ruhe kommen heißt:

  1. innehalten,
  2. seinem Körper und seinem Geist jegliche Anspannung nehmen,
  3. Stille einkehren und die Gedanken ausschwingen lassen,
  4. mehr und mehr in sich hinein­fühlen und spüren, wie sich Wohlbe­finden ausbreitet.

Man muss das nicht wie ein Fakir auf einem Nagel­brett vollziehen, sondern kann zu ein paar atmosphä­ri­schen Hilfen greifen. Solche Hilfen sind:

  • ein Entspan­nungsbad,
  • Kerzen­licht,
  • ein Ruheplatz in der Natur,
  • ein bequemer Sessel in der Dunkelheit eines nächt­lichen Zimmers,
  • eine Kirchenbank.

Überlegen heißt:

  • aus der Ruhe heraus das Thema oder den Gegen­stand hochholen, über den es nachzu­denken gilt;
  • sich Thema oder Gegen­stand intensiv verge­gen­wär­tigen und mit Fragen umkreisen;
  • verschiedene Annahmen auf ihre Voraus­set­zungen und Konse­quenzen hin durch­denken und
  • konzep­tio­nelles Zusam­men­führen der verschie­denen Gedanken.

Jeden Tag mit einem Rückblick abschließen

Es wird eine Fülle von Dingen angeboten, von denen Ihnen versprochen wird, dass Sie Entspannung finden. Das ist alles solange kaum mehr als Firlefanz, als Sie selbst nicht in der Lage sind, aus Ihrem Innern heraus zur Ruhe zu kommen. Lassen Sie vor dem Schla­fen­gehen Ihren Tag ausklingen! Um ihn abzuschließen, dient ein Tages­rück­blick:

  • Was hat Ihnen Freude bereitet? Was Ärger?
  • Welche Dinge konnten Sie erledigen?
  • Was für Ideen sind Ihnen gekommen?
  • Wem haben Sie womit einen Dienst erwiesen, eine Freude bereitet?

Wenn Sie sich diese und andere Fragen nicht nur durch den Kopf gehen lassen, sondern die Antworten in einem Tagebuch aufschreiben, gleichsam von der Seele schreiben, finden Sie zu sich selbst, nehmen Sie nicht alles, vor allem nicht alles, was Sie bedrückt, mit in den Schlaf. Lenken Sie Ihre Empfin­dungen mehr und mehr auf die Personen und die Dinge, die Ihr Leben berei­chern.

Sonntage waren früher einmal allge­meine Ruhetage. Doch heute sind sie voller sogenannter Events, von denen sugge­riert wird, man müsse dabei gewesen sein. Lassen Sie sich von der allge­meinen Freizeit-Hektik nicht anstecken! Was nicht heißt, alles außen vor zu lassen. Aber seien Sie wähle­risch! Man muss nicht bei allem dabei gewesen sein und nicht immer gesehen werden. Nehmen Sie sich am Wochenende Zeit, in der Sie ganz sich selbst gehören! Nachdenken. Träumen. Lesen. Musik. Wandern.

Sich sein Wissen verge­gen­wär­tigen 

Der Beziehung zu anderen Menschen tut es gut, wenn man einander nicht dauernd auf der Pelle hängt. Über das, was Ihnen in den Sinn gekommen ist, sollten Sie sich dann aller­dings austau­schen. Das Pendeln zwischen den Polen “allein – gesellig” sorgt dafür, dass Sie einer­seits nicht abständig und anderer­seits nicht unselb­ständig werden. Beides zu seiner Zeit und im richtigen Maß!

Im richtigen Maß heißt:

  • keine Zeit vergeuden und
  • alles als Berei­cherung anlegen.

Die Teilnehmer der SINNphOLL-Seminare kennen die Methode, Einzel- und Gruppen­arbeit mitein­ander wechseln zu lassen. Erst wenn die Teilnehmer sich ihr Wissen und ihre Erfah­rungen zum Thema einer Aufga­ben­stellung in Einzel­arbeit bewusst gemacht und aufbe­reitet haben, wird die Arbeit in der Gruppe anregend und intensiv, kommt es zu zielori­en­tierter Gruppen­dy­namik und Syner­gie­ef­fekten. Diese Methode kann man sich auch bei der Selbst­ver­bes­serung zunutze machen: Immer erst damit beginnen, sein Vorwissen sich zu verge­gen­wär­tigen.

Kinder­feind­liche Erwach­se­nenwelt

In den Lebens­um­ständen von heute ist es schwierig, zur Ruhe zu kommen. Kinder werden ständig beauf­sichtigt, damit ihnen nichts zustößt. Im Kinder­garten müssen sie sich in eine Gruppe einfügen. Unablässig wird mit ihnen etwas unter­nommen. Auf eigene Faust etwas entdecken, ist so gut wie unmöglich. Die komplexe Hochzi­vi­li­sierung der Wohlstands­ge­sell­schaften mit inten­siver Regelungs­dichte seitens des Staates ist eine weitgehend kinder­feind­liche Erwach­se­nenwelt.

Haben wir als Kinder es endlich geschafft, wenigstens in unserem Zimmer einiger­maßen ungestört zu sein, überhäuft man uns mit Lernauf­gaben. Mit der Schule beginnt der Stress. Noch schärfere Diszi­pli­nierung als im Kinder­garten. Sport, Musik und andere Aktivi­täten kommen hinzu. Die Eltern halten das förderlich für unsere Entwicklung zu gesunden und lebens­tüch­tigen Menschen, wollen uns möglichst viele Chancen eröffnen. Sie haben Recht – aber wann soll man das alles schaffen? Der Sohn einer Bekannten hat sich neulich aus seiner Kinder­gar­ten­gruppe davon­ge­stohlen. Als sein Fehlen entdeckt wurde: helle Aufregung, große Suchaktion. Gefunden hat man ihn im Außen­ge­lände, wo er sich versteckt hatte. Er wollte endlich einmal für sich allein sein!

Es gibt auch das Gegenteil dieser perma­nenten Beauf­sich­tigung und der Überreizung kindlicher Aufnah­me­fä­higkeit: Verwahr­losung. Manchen Paaren sind ihre Kinder lästig, sie stören. Man überlässt sie sich selbst, setzt sie vor den Fernseher. Ihr Alleinsein ist nicht die Phase der Verar­beitung gesam­melter Eindrücke, gibt ihnen nicht die Chance, das für sich auszu­pro­bieren, was in Inter­aktion mit anderen Kindern und Erwach­senen erfahren wurde, sondern ihr Alleinsein lässt sie gleich in die Einsamkeit durch­fallen, sie fühlen sich ausge­stoßen und verlassen, weil sie ohne andere nichts mit sich anzufangen wissen.

Haben Sie Angst vor Lange­weile?

Kinder, die über- oder unter­fordert werden, versuchen meistens, sich in eine Gruppe Gleich­alt­riger zu retten. Manche entwi­ckeln sich auch zum Einzel­gänger. Wie auch immer: Die Unfähigkeit, die Pole “allein – gesellig” wie die gleich­mä­ßigen Schwünge eines Skiläufers auf unserem Lebensweg anein­ander zu reihen, wird bei vielen von uns schon in Kindheit und Jugend verur­sacht. Spätestens als junge Erwachsene sollten wir unsere nunmehr gewonnene Freiheit dazu nutzen, uns Zeiten des Allein­seins zu schaffen, in denen wir auspendeln, Kraft schöpfen, mit uns ins Reine kommen, Eindrücke und Erfah­rungen aufar­beiten, uns neu ausrichten und zu letzten Fragen vordringen wie:

  • Welche Menschen sind für mich Vorbilder?
  • Was möchte ich aus meinem Leben machen?
  • Was will ich in mir verbessern?
  • Was bin ich bereit, auf mich zu nehmen?
  • Wovon möchte ich mich befreien?

Wer diesen Fragen in stillen Stunden nicht nachgeht und sein Denken nicht um seinen Lebenssinn kreisen lässt, der läuft Gefahr, nie der Unter­nehmer seines Lebens zu werden. Statt dessen wird er von anderen Menschen hin und her geschubst. Ein solcher Mensch ist einsam, auch wenn er unter Menschen ist. Er buhlt um Zugehö­rigkeit, aber geduldet wird nur sein Dabeisein.

Jeder muss sich der Frage stellen: Wonach richtest Du Dein Leben aus? Nach der Anerkennung durch andere? Wenn die Anerkennung anderer den Lebensweg bestimmen, dann lebt man fremd­ge­steuert. Man findet nicht zu sich selbst. Das Leben wird zu einer Flucht mittels Betrieb­samkeit. Radio, Fernsehen und Computer werden gebraucht, um sich fortwährend abzulenken. Betäubt wird das Gefühl eigener Unzuläng­lichkeit. Es herrscht Angst vor Lange­weile. Wer Angst vor Lange­weile hat, hat Angst vor sich selbst!

Jeder braucht Familie

Single-Gesell­schaften, in denen Familien zum Überleben bezie­hungs­weise zur Erlangung von Wohlstand aufgrund staat­licher Fürsorge mehr oder weniger entbehrlich geworden sind, laufen Gefahr, der Sucht nach Spaß, nach Euphorie zu verfallen. Es wird dem Staat überlassen, für Erziehung und Berufs­aus­bildung zu sorgen, Lebens­ri­siken wie Arbeits­lo­sigkeit, Krankheit oder Berufs­un­fä­higkeit abzusi­chern und Versorgung und Pflege im Alter bereit zu stellen. Die Wirtschaft, Organi­sa­tionen und Behörden bieten Arbeits­plätze und damit Einkommen. Wozu noch Familie? Die seit Jahren zuneh­mende Zahl der Einper­so­nen­haus­halte zeigt: Viele Menschen glauben, Familie nicht nötig zu haben.

Familie braucht aber jeder. Nicht im Sinne einer Gemein­schaft, die größt­mög­lichen Wohlstand schafft, sondern im Sinne einer emotional mitein­ander verbun­denen Lebens­ge­mein­schaft. Nur so wird den einzelnen Mitgliedern die Sicherheit gegeben, zwischen “allein – gesellig” verlässlich und abgeschirmt hin und her pendeln zu können. Lebens­si­cherheit gebende emotionale Bindungen, die auch Schick­sals­schläge aushalten, verlangen eine Organi­sa­ti­onsform, wie sie in den Klein- und Rumpf­fa­milien von heute nicht mehr ausrei­chend gegeben ist. Die Inanspruch­nahme von Männern und Frauen in ihrer beruf­lichen Rolle als Einzelner rangiert vor der Wahrnehmung familiärer Aufgaben und Pflichten. Viele Männer zeigen sich mittler­weile als Väter mehr oder weniger famili­en­un­tauglich und flüchten; viele Frauen sind der Zerreiß­probe Beruf und Familie nicht gewachsen und geben dem Beruf den Vorzug. Manche Menschen sind sogar schon unfähig, überhaupt eine belastbare Beziehung einzu­gehen, sie sind ehe- und famili­en­un­tauglich.

Werden Sie geliebt?

Es gibt Politiker, die glauben, mit staat­lichen Mitteln den Rückgang der Familien aufhalten zu können. Aber das ist kein Problem, das sich mit Geld und Paragraphen lösen lässt. Wenn sich in der Bevöl­kerung die Lebens­ein­stellung auflöst, aus der heraus Familien von Männern und Frauen gelebt werden, dann ist es vermessen zu meinen, das ändern zu können.

Familien können nur gedeihen und den Genera­tio­nen­verbund erhalten, wenn sie nicht nur situative Verbin­dungen zum Wohlfühlen, sondern Liebes­ge­mein­schaften sind. Kinder, aus Liebe gezeugt, sind Teilhabe an der Schöpfung. Das liegt außerhalb jeglicher Staats­macht. Gesell­schaften, deren Mitglieder um ihres Wohlstands willen die Familie aufgeben, geben sich selber auf. Mit Betrieb­samkeit und Zerstreuung überdeckte Einsamkeit breitet sich aus. Allein sein kann, wer von Liebe getragen ist.

Paul Halbe: Jeder sein eigener Unternehmer

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