Womit Sie sich nicht abfinden sollten: Handicaps

Keiner ist vollkommen; und in diesem Sinn hat jeder seine Handicaps. Nicht dass man sie hat, sondern wie man mit seiner Unvoll­kom­menheit umgeht, entscheidet darüber, ob man zum Unter­nehmer seines Lebens wird oder nicht.

Der Mensch ist ein unvoll­kom­menes Geschöpf. Er irrt sich, macht Fehler. Er hat Verhal­tens­weisen, die ihn stören, aber in die er immer wieder verfällt – trotz aller guten Vorsätze.

Mütter und Väter mögen sich noch so sehr um eine gute Erziehung ihrer Kinder bemühen, ihr Einfluss auf die heran­wach­sende Generation hat Licht- und Schat­ten­seiten. Und dabei wissen Eltern oft nicht einmal genau, was sich als Licht und was sich als Schatten auswirkt. Vieles geschieht in bester Absicht und hat dennoch Schlimmes zur Folge: Handicaps.

Wissen­schaftler haben eine Fülle von Einsichten gewonnen, die dem Aufschlüsseln als proble­ma­tisch empfun­denen Handelns dienen. Das kann zu Verständ­nis­hilfen führen, doch das Problem lösen, muss die betroffene Person selbst.

An sich arbeiten!

Wer zum Psycho­the­ra­peuten geht, erfährt Hilfe beim Abstieg in seine Vergan­genheit. Erklä­rungs­muster zeigen ihm, wie sein oft zwang­haftes Verhalten zustande gekommen sein könnte. Aus dem Erkennen und Verstehen von Ursachen und Wirkungen lassen sich dann Ansatz­punkte gewinnen, von den Handicaps loszukommen.

Aber manch einer benutzt die Erklä­rungs­muster lediglich dazu, sich von den Schuld­ge­fühlen für sein misslie­biges Verhalten zu befreien. Schuld ist der autoritäre Vater, die überfür­sorg­liche Mutter, der ständig abwesende Vater, die durch Doppel­be­lastung überfor­derte Mutter, der Ehestreit der Eltern oder der erlittene Kranken­haus­schock etc.

Um Handicaps zu überwinden oder zumindest mit ihnen umgehen zu können, ist zunächst die Fähigkeit notwendig, in sich hinein­zu­sehen, sich zu beobachten; entscheidend ist dann aber, dass man konstruktiv mit sich umzugehen vermag. Das heißt: an sich arbeiten. Genau davor scheuen viele zurück. Sie fügen sich lieber in Außen­zwänge, als sich selbst zu zwingen.

Wie man Versu­chungen widersteht

An sich zu arbeiten, macht keine Helden­taten notwendig, sondern den rechten Umgang mit sich selbst in den kleinen Vorgängen des Alltags.

Beispiel „Morgens aufstehen“. Wem das morgend­liche Aufstehen nicht zur selbst­ver­ständ­lichen Gewohnheit geworden ist, kennt die Situation: Warum nicht noch etwas liegen bleiben? Draußen ist eh schlechtes Wetter. Nur noch einmal kurz die Augen zumachen und das warme Bett genießen. Jetzt ist es sowieso schon zu spät. Gut ausgeruht lässt sich besser arbeiten. Es gibt tausend Gründe, warum es sinnvoll sein könnte, sich keine Gewalt anzutun und liegen zu bleiben. Schließlich ist man doch ein freier Mensch und kann tun und lassen, was man will.

Wer der Versu­chung, liegen zu bleiben, wider­stehen und statt­dessen der Notwen­digkeit aufzu­stehen folgen will, darf sich nicht auf den inneren Dialog “Vorzüge des Liegen­bleibens” einlassen, sondern muss sich auf die “Vorteile des Aufstehens” konzen­trieren. Also auf das leckere und gemüt­liche Frühstück, die Begegnung mit Menschen, die Tätig­keiten und Ereig­nisse des Tages, auf alles, was diesen Tag erlebenswert machen wird.

Die Kraft des Fakti­schen macht sich zunutze, wer sich Ziele setzt, sich diese ausmalt sowie Verstand, Leib und Seele dazu einsetzt, sein Ziel zu erreichen. Leuch­tende Ziele sind die Antriebe, die einen wegbringen von wehlei­diger Beschäf­tigung mit seinen Handicaps.

Sich entscheiden!

Als junger Erwach­sener gilt es, Entschei­dungen zu treffen. Eine davon: Ziehe ich von zuhause weg oder bleibe ich? Der geeignete Zeitpunkt für diese Entscheidung ist der Schul­ab­schluss. Aus persön­licher Erfahrung und aus der Beobachtung junger Leute rate ich: Wegziehen! Und zwar mindestens so weit, dass man außerhalb des Kontroll­be­reichs derer ist, die aus Zuneigung und Verant­wortung und mit besten Absichten einen gerne in ihrer Nähe behalten möchten.

Wer nicht hinaus „in die große weite Welt“ zieht, sondern „in seiner Heimat“ den Aufstand probt, läuft zweierlei Gefahr: Entweder er scheitert mit seinem Aufstand und kommt zeitlebens aus den Abhän­gig­keiten seines sozialen Umfelds nicht heraus oder die Ausein­an­der­set­zungen führen zu ständigem Streit bis hin zu unver­söhn­licher Feindschaft.

Viele junge Erwachsene finden im Unter­schied zu daheim geblie­benen Geschwistern nach ihren „Lehr- und Wander­jahren“ zu einem harmo­ni­schen Verhältnis zu ihren Eltern. Selbst wenn sie als „verlo­rener Sohn“ nach geraumer Zeit zuhause wieder aufkreuzen.

Eltern müssen ihre Kinder nach der Pubertät loslassen; erwachsen werdende Kinder müssen erfahren, dass sie es alleine schaffen.

Psycho­logen sprechen von „Abnabeln“. Das gelingt am besten, wenn man sich in der Fremde „unbeauf­sichtigt“ erprobt. Dabei sollte man sich auch nicht von Alters­ge­nossen, beispiels­weise in einer Wohnge­mein­schaft, beauf­sich­tigen lassen.

Also: den „Befrei­ungs­schlag“ wagen, seine Sachen packen und weg. Als junger Erwach­sener hat man das Recht, sich zu erproben, ohne ständig wohl gemeinte Ratschläge zu erhalten und Risiken aufge­zeigt zu bekommen; das Recht, unbeob­achtet Fehler zu machen und daraus zu lernen.

Freiheit gewinnen!

Eine zweite Frage gilt es zu entscheiden: Wann möchte ich eine dauer­hafte Bindung mit einem anderen Menschen eingehen? Das muss man entscheiden, bevor man das tolle Mädchen bezie­hungs­weise den tollen Jungen getroffen hat, mit dem man zusam­men­ziehen möchte. Jede Bindung schränkt zunächst einmal ein. Es ist Selbst­betrug, wenn ein Paar behauptet: Wir lassen uns gegen­seitig völlige Freiheit.

Während des Studiums, so habe ich für mich nach dem Weggang von Zuhause entschieden, gehe ich keine auf Ehe und Familie angelegte Freund­schaft ein. Denn erstens wollte ich „völlig frei“ bleiben und zweitens sicher sein, mein Leben selbständig organi­sieren zu können. Und ich hatte den Spruch meines Deutsch­lehrers im Ohr: Jeder Mann trifft in seinem Leben nicht nur eine Frau, die er heiraten könnte.

Ein „völlig freies Leben“ wirft eine dritte Frage auf: Wie gelange ich zu finan­zi­eller Unabhän­gigkeit? Erstens: Indem man schon als Jugend­licher Erfah­rungen im Umgang mit Geld gesammelt hat, etwa wie man sein Taschengeld am besten einteilt. Und zweitens: Indem man schon einmal gejobbt hat.

Beispiele: ein Instrument spielen und damit auftreten, IT-Dienste anbieten, Nachhil­fe­un­ter­richt geben. Ich weiß von Studenten, die sich in der Zeitarbeit verdingt haben; nicht nur wegen des Geldver­dienens, sondern weil sie Unter­nehmen kennen lernen und Kontakte knüpfen wollten. Außerdem: Bezahlte Praktika suchen, Stipendien ausfindig machen. Auf der Ausga­ben­seite: Sparsam sein und nach Vergüns­ti­gungen suchen.

Sich auf seine Talente konzen­trieren! 

Nun nimmt man aber leider beim Weggang von Zuhause seine Handicaps mit. Es ist indes einfacher, sich in einem neuen sozialen Umfeld damit zu befassen als in dem Milieu, in dem sie entstanden sind. Sich damit befassen? Nur in dem Maße wie man damit aneckt.

Wenn mir die Reaktionen anderer zeigen, dass mein Verhalten unangenehm auffällt oder wenn ich mich über mich selbst ärgere, ist der Anstoß gegeben, über mein Verhalten nachzu­denken und mir eine Korrektur zu überlegen. Ansonsten gilt: Sich einfach in Varia­tionen erproben und weiter entwickeln.

Um zu erkennen, zu welch großar­tigen Zielen ein Leben gelebt werden kann, braucht man sich nur ein wenig in den Biografien der Menschen umzusehen, die durch ihre Leistungen aufge­fallen sind. Kaum einem sind die erhebenden Momente auf dem Weg zum und am Ziel ohne vorherige größte Anstrengung zuteil geworden.

Rückschläge, Enttäu­schungen und Umwege waren zu verkraften. Viele hatten eher schlechte Start­po­si­tionen. Manche waren durch körper­liche Gebrechen so gehan­dicapt, dass ihre Entfal­tungs­mög­lich­keiten nur sehr gering erschienen.

Aber trotz aller ihrer Handicaps haben Menschen immer wieder bewiesen, dass in jedem ein ungeheures Entwick­lungs­po­tential steckt. Kein Mensch wird ohne Talente geboren. Sich auf seine Stärken konzen­trieren, nicht auf das, was behindert!

Körper­be­hin­derte Menschen können uns lehren, wie wir mit unseren Handicaps so umzugehen vermögen, dass sie zwar Parameter des Lebens, aber nicht Lebens­inhalt sind. Da treffen wir auf Lebens­vi­ta­lität und Lebens­freude, die muster­gültig dafür sind, wie Ziele die Handicaps in den Hinter­grund treten lassen.

Jeder muss mit seinen persön­lichen Handicaps leben, dabei aber immer seine Ziele im Auge behalten. Nur so gerät die Beschäf­tigung mit den Ursachen der Lebens­nach­teile nicht zur Selbst­be­mit­leidung, sondern zur nüchtern klarstel­lenden Analyse mit dem Zweck, exakt ausge­ar­beitete Zukunfts­pro­jekte zu entwi­ckeln. Wenn ich heraus­finde, was mein Mangel ist, kann ich ihn kompen­sieren – oft sogar beheben.

Sein eigener Chef werden!

Wir werden vermutlich nie dahinter kommen, in welchem Maße das Erbgut und in welchem Maße das Erzie­hungs­umfeld die Entfaltung eines Menschen beein­flussen. Beides fließt unauf­hörlich inein­ander. Aber sicher ist, dass Unter­schiede in der erzie­he­ri­schen Qualität durchaus Einfluss auf das Entstehen von und den Umgang mit Handicaps haben. Es gibt keine Reißbretterziehung.

Alle wissen­schaft­lichen Bemühungen, eine allgemein gültige Erzie­hungs­me­thode zu entwi­ckeln, haben eher in ideolo­gische Sackgassen geführt als Chancen zur Persön­lich­keits­ent­wicklung eröffnet.

Es sind Personen, mit und an denen wir uns entfalten. Weil der Vater diese oder jene Sportart betreibt, tun es die Kinder auch. Weil die Freundin diese oder jene Vorliebe hat, versucht ihr Freund, dem zu entsprechen. Menschen erschließen Menschen die Welt. Und immer spielt Zuneigung eine Rolle. Das meiste nehmen wir von den Menschen an, denen wir zugetan sind, die uns lieben und die wir lieben.

Die ersten Bezugs­per­sonen in unserem Leben sind uns zugeteilt. Unsere Mutter können wir uns nicht aussuchen. Auch nicht unseren Vater. Die Menschen, die wir zu Beginn unseres Lebens für unser Überleben brauchen, müssen wir als gegeben annehmen. Und gerade sie bestimmen einen großen Teil des Lebens­ho­ri­zonts, der sich uns eröffnet. Die Abhän­gigkeit von den Eltern erfahren Kinder nicht nur als liebe­volle Gebor­genheit, sondern auch als Beein­träch­tigung ihrer Freiheit.

Daher ist jede Erziehung in ihrer Wirkung von Ambivalenz gekenn­zeichnet: das Gegenteil tun. In bestimmten Phasen der Entwicklung ist nichts inter­es­santer, als gegen Verbote zu verstoßen. Der Pubertät sollte die Abnabelung vom Elternhaus folgen: Sich auf die eigenen Füße stellen und nicht den Bequem­lich­keiten des „Hotel Mama“ verfallen.

Mit Initiative, Ideen und Ausdauer 

Nach dem Wegzug von Zuhause ist es eine großartige Berei­cherung, so etwa jedes Jahr eine längere, selbst organi­sierte Reise zu unter­nehmen. Aber keine Touris­ten­reise, sondern eine Erkun­dungs­reise, die man sorgfältig vorbe­reitet, nach Plan und dennoch situa­ti­ons­offen durch­führt sowie per Notiz­block und Kamera dokumen­tiert. Worauf es ankommt: Eintauchen in eine andere Kultur!

Ein wichtiger Punkt bei der Vorbe­reitung: Adressen sammeln und Kontakte knüpfen, die einem Besuchs­mög­lich­keiten eröffnen. Unterwegs dann so flexibel sein, dass man seine Planung umstellen kann, wenn sich eine „einmalige Gelegenheit“ zu einer Besich­tigung oder zu einem Erlebnis ergeben. Dann muss man auch das Dokumen­tieren gegebe­nen­falls zurück­stellen bezie­hungs­weise anschließend aus dem Gedächtnis die Ereig­nisse festhalten. Das Aufar­beiten der Reise findet nach der Rückkehr statt.

Aber auch an seinem Ausbil­dungsort als junger Erwach­sener sollte man sich unablässig berei­chern: Sich mit einem Wissens­gebiet beschäf­tigen, das einen inter­es­siert. Sei es eine fremde Sprache, eine bestimmte Weltgegend, eine Person der Geschichte – was auch immer. Mit Initiative, Ideen und Ausdauer. Dabei lernt man sich und andere kennen.

Strich drunter ziehen und handeln!

Die meisten Handicaps lösen sich auf, je weiter man sich entwi­ckelt! Das mit sich zu erleben ist ein Hochgenuss. Doch ein paar schlechte Angewohn­heiten dürften dennoch hartnäckig jeden von uns behindern, sich sozusagen festge­fressen haben. Da muss man sich dann doch gezielt mit ausein­ander setzen; beispiels­weise damit, dass man spontan redet, ohne vorher nachge­dacht zu haben, oder dass man sich von anderen immer wieder „rum kriegen“ lässt, verführbar ist.

Diesen festsit­zenden Handicaps im Verhalten muss man sich stellen. Es geht nicht anders: Nicht fliehen, sondern sich die schädi­genden Auswir­kungen krass vor Augen führen und sich immer wieder Anstöße geben, dieses Verhalten abzulegen.

Dafür gibt es Mittel und Wege, die zu nutzen man sich nicht scheuen sollte: Erinne­rungs­karten schreiben und so platzieren, dass sie einem immer wieder in die Finger fallen, Symbole erfinden und dort anbringen, wo sie einem immer wieder ins Auge fallen, und im Tagebuch so lange darüber schreiben, bis man es geschafft hat.

Ein solcher Selbst­ver­bes­se­rungs­vorgang ist eine ganz persön­liche Angele­genheit und man lernt, Herr seiner selbst zu werden, unabhängig von anderen.

Sich selbst beobachten!

Die Prägungen der Kindheit und Jugend sind nur in seltenen Fällen so endgültig, dass der erwachsene Mensch chancenlos wäre, sein Leben in eigene Regie zu nehmen – und trotz aller Handicaps etwas daraus zu machen. Gerade ein Handicap kann sogar dazu motivieren, allen zu zeigen, dass man es doch kann, ja sogar besser als alle anderen.

Auch hier wieder Ambivalenz: Der einstige Mitläufer entwi­ckelt sich zu einer Führungs­person, der frühere Nichtsnutz zum leistungs­starken und verant­wor­tungs­be­wussten Zeitgenossen.

Als Erwach­sener muss man sich selbst gegenüber zu einer distan­zierten Einstellung gelangen: Aus sich heraus­treten und sich beobachten. So wie man sich gelegentlich in Träumen selbst zusieht. Dabei kommt es nicht darauf an, sich selbst positiv oder negativ zu beurteilen, sondern allein darauf, nüchtern und ehrlich festzu­stellen, wo man mit sich dran ist, was man an sich selbst hat.

Die folgende Übung kann dabei recht hilfreich sein: Nach jedem Zusam­mensein mit anderen Menschen macht man sich klar, welche Position man innerhalb der Gruppe einge­nommen hat.

  • Stand ich mehr in der Mitte der Gruppe, also dort, wo der Einfluss auf die anderen Gruppen­mit­glieder am größten ist?
  • Habe ich alles gesagt, was ich sagen wollte? Und haben die anderen das angenommen?
  • Hatte ich großen Einfluss auf die Handlungen der Gruppe?
  • Stand ich mehr am Rande der Gruppe, also dort, wo man nur geringen Einfluss auf die anderen Gruppen­mit­glieder hat?
  • Bin ich immer zu Wort gekommen, wenn ich etwas sagen wollte?
  • Haben die anderen mehr Aktivität von mir erwartet, als ich gebracht habe?
  • Hing es vom Thema bezie­hungs­weise den Aktivi­täten ab, dass ich mehr im Zentrum bezie­hungs­weise mehr am Rande der Gruppe stand?
  • Habe ich mich wohlge­fühlt? Wenn ja: Warum? Wenn nein: Warum nicht?
  • Welche Stellung hätte ich gerne innerhalb einer Gruppe?
  • Woran liegt es, dass ich in einer Gruppe nicht die Stellung einnehmen kann, die ich gerne einnehmen würde?
  • Bin ich lieber allein als in einer Gruppe? Hat es mit der Größe einer Gruppe zu tun, ob ich mich darin wohlfühle oder nicht?
  • Warum bin ich gerne mit anderen Menschen zusammen?
  • Unabhängig vom Zusam­mensein mit anderen: Worauf beruhen meine Erfolge? Worauf meine Misserfolge?

Selbst­ent­wicklung löst Handicaps auf

Mit diesen Fragen erhält man einen Spiegel zur Selbst­be­ob­achtung. Denn das Verhalten der Gruppen­mit­glieder sagt mir nicht nur etwas in Bezug auf diese, sondern auch in Bezug auf meine Person – nämlich wie ich bei anderen Menschen ankomme. So finde ich meine Ecken und Kanten, erfahre ich, wo ich an mir arbeiten muss.

  • Über die Antworten zu den Fragen von vorhin kommt man unter anderem dahinter,
  • ob man Probleme hat, sich im richtigen Moment klar und verständlich auszudrücken,
  • ob man die anderen Gruppen­mit­glieder richtig versteht und ihre Absichten und Neigungen richtig einschätzt,
  • ob man genügend Wissen und Erfahrung hat, um mitreden zu können,
  • ob man von Ängsten geplagt wird, etwas Falsches oder Unange­brachtes zu sagen, so dass man ausge­lacht oder für inkom­petent gehalten wird,
  • ob man den Drang hat, dauernd etwas zu sagen, so dass man den anderen gar nicht zuzuhören vermag.

Das Nachfor­schen, wie und wann das eine oder andere Handicap entstanden sein könnte, kann man sich sparen. Die Handicaps sind nicht das Schlimme im Leben, die hat jeder; schlimm ist, sich mit seinen Handicaps abzufinden, nichts zu tun und sich dem Schicksal zu überlassen.

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