Wanderung zur Fita del Ram

Waldberg in Mallorca nahe Esporles

Man fährt aus Richtung Palma kommend in Esporles am Hinweisschild nach Es Verger links ab. Die aufwärtsführende Straße macht nach einer Weile eine Spitzkehre nach rechts. In der nächsten Kehre zweigt ein Weg zum Picknickplatz Son Tries ab. Dort gibt es Parkplätze. Der Wanderweg beginnt in Fortsetzung des Zufahrtweges am Ende des Waldplatzes mit seinen verschiedenen Picknickplätzen. Schon  nach kurzer Zeit erreicht man einen von mächtigen Platanen umstandenen Quellstollen. Der Eingang ist mit einem Tor verschlossen, aber an der Seite ist ein Wasserhahn ins Mauerwerk eingelassen, aus dem Wasser gezapft werden kann, herrlich schmeckendes Quellwasser. Manchmal kommen Leute hierher, um Wasserkanister für den Hausgebrauch zu füllen. Als es noch nicht den Picknickplatz gab, konnte man von Esporles zu Fuß hierher wandern und seine Brotzeit an dem steinernen Tisch mit seinen Sitzsteinen machen.

Im weiteren Verlauf des Weges, mehr und mehr bergauf, erreicht man eine Mauer, die man an geeigneter Stelle übersteigt. Nach wenigen Metern gelangt man auf einen anderen weiter bergauf führenden Weg. Dieser führt einen über viele Windungen und im letzten Teil als Pfad nach  Maristella, einem verlassenen kleinen Klosterkomplex. Der Platz vor der Kirche bietet einen weiten Ausblick auf die Berge der nördlichen Tramuntana. Am Eingangstor gibt es eine Pumpe. Um das Wasser  hochzuholen, muss man ein Eisenrad drehen. Ein angeketteter Schöpflöffel dient als Trinkschale. 

Von Maristella, das etwa auf halber Strecke der Wanderung liegt, verläuft der Weg weiter durch jungen Steineichenwald in ungefähr gleicher Richtung. Die Köhlerplätze, auf die man von Zeit zu Zeit stößt, verraten, warum hier kaum ältere Bäume stehen. Bis in die jüngere Vergangenheit wurde hier Holzkohle gewonnen. Als wir vor Jahren das erste Mal hierher gingen, hörten wir Töne wie von einer Windharfe. Zwischen Felsgestein stießen wir auf einen "Kultplatz": einen großen Kreis aus faustgroßen Steinen, in den aus kleinen Steinen das Yin- und Yang-Zeichen gelegt war. Zwischen zwei Bäumen hingen an einer Schnur zwei Dutzend daumen- bis fingerdicke Bambusstäbe unterschiedlicher Länge - die Windharfe. Auf eine andere Schnur hatte man die Deckel von Konservendosen aufgereiht. Schlug man mit dem dabei hängenden Stock darauf, erklang helles Scheppern.  Die Felspartie, die den Platz umgab, und herbeigetragene Steine bildeten einen Sitzkreis. Maristella war aufgegeben und verschlossen - Zeichen chinesischer Philosophie waren nicht weit davon präsent gemacht.

 

Geht man von diesem Platz noch ein Stück weiter, trifft man auf die Abbruchkante des Berges, unten das Tal, in dem die La Granja liegt, ein großes Landgut noch aus der Zeit, in der die Mauren die Insel beherrschten, heute Touristenattraktion mit Restaurant und Reitvorführungen. Das Landgut ist nicht zu sehen. Auch der Gipfel des Berges ist nicht zu sehen. Er liegt im Wald verborgen, ist wie der ganze Berg mit Steineichen bestanden. Zurück auf dem Wanderweg führt dieser - einen Wasserbunker hat man rechter Hand passiert - nach einer kleinen Serpentine zu einem Mauerdurchlass. Hinter der Mauer hat man die Wahl: nach links den mit Steinmandeln gekennzeichneten Pfad nehmen oder weiter dem Köhlerweg geradeaus folgen. Der Pfad führt direkt zur Bergspitze, ist für mein Empfinden aber etwas eintönig. Der Köhlerweg führt zunächst am Berg entlang, dann an einem Hinweisschild links in spitzem Winkel größtenteils an einer Felswand entlang bergauf.

 

Kurz vor dem Gipfel weist ein auf den Fels gepinselter Pfeil am Anfang einer Felsspalte darauf hin, wo es die letzten Meter hoch geht. Die Spitze des Berges ist kein rechter Gipfel, sondern eher ein kleines zerklüftetes Plateau mit niedrigen Steineichen behangen mit Flechten. Die dem Aufstieg gegenüberliegende Seite begrenzt eine Mauer. Von der ein wenig abwärts gelegenen Ecke der Mauerabgrenzung hat man freien Ausblick auf Palma und die Bucht von Palma.

Absteigen kann man wieder zu der Seite, über die man hoch hochgekommen ist, aber am anderen Ende des Plateaus, diesmal über einen Weg zwischen den Felsen. Sieht man sich am Fuß des Gipfelfelsens ein wenig um, kann man eine Wasserstelle mit einer kleinen Höhle entdecken. Wer will kann also auch geschützt hier oben auf 833 Meter Höhe übernachten. Zurück bei Maristella kann man einen anderen Weg hinunter zum Picknickplatz nehmen. Unterhalb des Kirchenvorplatzes endet in kurzer Entfernung ein Fahrweg. Dem folgt man bis zu einer Rechtskurve. Dort geht man auf einem weiter geradeaus führenden Weg zur Christusstatue im Berghang über Esporles. Christus mit weit ausgestreckten Armen, wie in Rio, eine recht bescheidene Nachahmung. Der Blick auf Esporles und die gegenüber liegende Landschaft lohnt den Abstecher. Den Stichweg zur Statue geht man wieder zurück, dann aber nicht weiter zurück auf den Fahrweg, sondern nach rechts auf einen Pfad, der bergab zurück auf den Weg führt, über den man anfangs hinter der Mauerüberquerung hochgewandert ist.

Köstliches Naß aus der Pumpe
 

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