Wanderung auf den Puntal de Planícia

Aussichtsberg hoch über den Wäldern zwischen den Dörfern Puigpunyent und Estellencs auf Mallorca

Im Schatten des Puig de Galatzò, dem markanten Berggipfel im Süden des Tramuntana-Gebirges auf Mallorca, liegt der Doppelgipfel des Puntal de Planícia. Ein mit jungen Steineichen bewaldeter Felsstock von nicht ganz 900 Meter Höhe. Schon auf der Strecke hinauf, aber vor allem von der Südspitze des Berges gibt es großartige Ausblicke. Die Wanderung erfordert gute Kondition, Orientierungssinn, der auch nicht ausgetretene und markierte Pfade erkennt, sowie Trittsicherheit im Fels, da unterhalb des Gipfels eine Kletterpassage zu bewältigen ist. Für eine Wegstrecke braucht man etwa zweieinhalb Stunden.

[Von Palma kommend, fährt man am Ortseingang in Puigpunyent links ab Richtung Galilea. Nach kurzer Strecke rechts abbiegen in Richtung des Freizeitparks La Reserva. Bei den letzten Häusern den Fuß vom Gas nehmen: tiefe Schlaglöcher. Rechter Hand verläuft ein Zaun. An seinem Ende in die spitzwinklig einmündende Straße abbiegen. Dieser bis zu ihrem Ende folgen. Bei Gabelungen immer die bergauf führende Strecke wählen. Oben ist ein Wendehammer ausgebaggert, in dem man parken kann.

Die Wanderung beginnt in Fortsetzung der Fahrtrichtung: Eine kleine Böschung hinauf, ein kurzes Stück am Zaun entlang auf eine Mauer zu, die über Trittsteine und eine kleine Leiter überquert wird.]

An dieser Stelle ist der Weg nunmehr durch einen Zaun und ein Eisentor gesperrt worden. Deshalb muss man von Puigpunyent aus die Wanderung beginnen: Bis zum Ortsende Richtung Sa Granja fahren. Wo die Straße rechts abbiegt, beginnt geradeaus die Wanderung mit der Zufahrt zur Finca Son Fortesa. Der Wanderweg ist ausgeschildert.

Man kommt vorbei an einem verfallenen Schafstall, an Quellwasser, das an einem moosbedeckten Stein auf den Weg fließt. Nach einer Serpentine steht links Mauerwerk, das zur Ruine des Hauses gehört, das schon beim Blick zum Puntal zu sehen war. Den Weg nach rechts nehmen.

Hier steht ein Holzpfahl mit Richtungspfeil und ein hoher Pfahl mit einem Wanderhinweis Richtung Puigpunyent. Solche Hinweise wie auch Steinmandeln und Farbpfeile oder Farbkleckse sind hilfreich - aber nicht immer! Denn manchmal haben Grundstückseigentümer etwas dagegen, wenn Wanderwege über ihr Gelände führen und entfernen deshalb die Wegweiser. Ich kann das verstehen, wenn mir Picknickreste, weggeworfene Verpackungen, Getränkedosen und anderer Müll ins Auge fallen oder wenn ich auf Großgruppen stoße, die mit Kind und Kegel laut miteinander redend und ohne Achtsamkeit durch die Natur ziehen. Einheimische wie Touristen.

Die vorhin erwähnten Pfähle sind an dieser Stelle schon mal herausgerissen worden. Steinmandeln werden bisweilen umgeworfen, neue irgendwo ohne ersichtlichen Grund aufgeschichtet, andere sind irreführend plaziert. Farbmarkierungen sind oft an entscheidenden Stellen zu finden, aber sie sind keine durchgängige Wegführung. Deshalb ist Orientierungssinn notwendig, der die Zeichen einzuordnen weiß und ihnen nicht blind folgt.

 

Nach einem ersten Mauerdurchlass kommt man in den Schatten eines Pinienwaldes. Bei einer Weggabelung den Weg weiter aufwärts wählen. Nach einem weiteren Durchlass rechter Hand dem Weg entlang der Mauer folgen, der bald zu einem Pfad wird, während der Fahrweg nach links wegführt. Immer in Sichtweite der Mauer bleiben. Einen nicht mehr genutzten Weg überqueren. Dieser und weitere Wege entstanden beim Bau einer Stromleitung, die hin und wieder durch die Bäume zu sehen ist. Mit geländegängigen Fahrzeugen wurde das Baumaterial an die Stellen der zu errichtenden Masten gebracht.

Der Pfad steigt hoch zu einem der steinigen Hauptwege dieses Gebietes. Diese Einmündung muss man sich gut einprägen. Denn beim Zurück zum Auto läuft man hier schnell vorbei. Hier steht ein Pfahl mit Richtungspfeil. Schatten spendet nunmehr junger Steineichenwald. Dazwischen hin und wieder Erdbeerbäume. Der Weg kommt oben auf einen Sattel. Geradeaus geht es wieder bergab nach Es Grau. Zum Puntal führt der breite Weg weiter bergauf linker Hand. Nach ein paar Kehren erreicht man den Scheitel des Gebirges: Über das kleine Plateau geht es auf die Westseite jenseits einer Mauer wieder nach unten. Der Waldboden ist bisweilen aufgewühlt. Hausschweine sind vor ein paar Jahren in Estellencs ausgebüxt.

Hier oben ist der zweite Punkt der Wanderung, dem man seine volle Aufmerksamkeit widmen muss: Abbiegen auf einen Pfad nach rechts! Zwei Steinmandeln, manchmal auch nur Steinhaufen markieren den Abzweig. Auf einem der Steine - wenn er denn richtig da liegt - ist ein roter Pfeil mit einem großen „E" aufgemalt, was bedeuten soll, dass es nach Estellencs weiter gerade aus über die schon erwähnte Mauer geht - aber eben nicht zum Puntal.

 

Schon bald kommt man durch einen Mauerdurchlass auf die Westseite des Gebirges. Die Bäume geben immer wieder herrliche Ausblicke frei hinunter nach Estellencs, auf das Meer und den Galatzò. Der Pfad mündet in die Kehre eines alten Köhlerweges. Diesem bergauf folgen bis zu einem Köhlerplatz, rechts daran vorbei. Bald darauf hat man eine Mauer vor sich, die an einer Stelle zusammengebrochen ist, so dass man durchsteigen kann.

Ab jetzt wird es immer steiler. Als Orientierung dient die Felswand rechter Hand. Schließlich kommt man in eine Scharte. Rechts auf dem Fels ist ein roter Pfeil Richtung oben aufgemalt. Links davon ist der Einstieg in die kurze Kletterpartie dieser Wanderung. Man hält auf eine krüppelige Pinie zu, oberhalb vorbei, nach ein paar Metern eine Kehre nach links, an Steineichen vorbei bis man rechts weiter hoch steigen kann. An dieser Stelle inne halten und sich genau merken, wie man bisher geklettert ist! Denn auf dem Rückweg sollte man alles wiedererkennen, auch wenn es etwas anders aussieht.

 

Weiter nach oben, über Geröll einer Rinne hoch und dann nach links aus dem Fels heraussteigen. Der Ausstieg ist der dritte Punkt, den man sich unbedingt einprägen muss. Merken Sie sich auch das Bild der näheren Umgebung, beispielsweise den steil aufragenden Fels in unmittelbarer Nähe, an dem vorbei man auf das Meer im Westen Mallorcas sieht. Diesen Ein- beziehungsweise Ausstieg dürfen Sie auf Ihrem Rückweg nicht verfehlen. Sonst kommen Sie auf Abwege.

Man steigt nun nach rechts gewandt durch den Steineichenwald zum Gipfel des Puntal de Planícia. Manchmal sieht es so aus, als gäbe es auch hier Wege. Aber das täuscht - zumindest sind es keine zielführenden Wege. Merken Sie sich für den Rückweg die Route, die Sie für das letzte Stück dieser Wanderung wählen. Der Südgipfel ragt wie ein Balkon hinaus. Bei klarem Wetter sieht man an der Horizontlinie den höchsten Berg der Tramuntana, den Puig Major; man sieht Puigpunyent und die Baucana, man blickt hinüber zur Fita del Ram; man sieht Palma mit seiner großen Bucht. Und als großer Bruder erhebt sich im Südwesten zu imposanter Größe der Galatzò. 

 
 

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