Kreativspiel

 

Erich Halgenot, Düsseldorf:

Das ist ein Traumhaus! Ich verstehe "Traum" im Sinne von "traumhaft schön" und nicht von "unerreichbar". Der Besitz oder auch nur das Bewohnen eines schönen oder auch nur schön gelegenen Hauses vermittelt ein Hoch- und Glücksgefühl. Man transportiert seine Umgebung in sein Inneres. Vielen ergeht es in der Natur so. Sie fühlen sich inmitten schöner Natur beglückt. Ähnlich ergeht es jemandem, der sich unmittelbar mit Schönem umgibt. Das können Kleider sein. Das Schöne umhüllt mich und ich fühle mich gut und wohl. So ist es dann auch mit Traumhäusern. Sie umgeben mich und geben mir ein tolles Gefühl. Hinzu kommt ein sozialer Aspekt: Nicht nur Kleider machen Leute, sondern auch Häuser machen Leute!

Hubert Gerlach, Arnoldsweiler:

Das Haus macht auf mich nicht den Eindruck eines "Traumhauses". Wobei ich mich natürlich fragen muss: Was sind eigentlich die unverkennbaren Kriterien eines Traumhauses? Meines Erachtens eine außergewöhnliche Architektur und eine aus dem Normalen herausgehobene Lage. Beide Kriterien sehe ich beim vorliegenden Bau nicht erfüllt. Mies van der Rohes Villa Tugendhat in Brünn und Davidsons Thomas Mann Haus in Pacific Palisades (LA) wären gelungene Beispiele. Aber muss es denn überhaupt ein Traumhaus sein? Mit dieser hochtrabenden, im Grunde aber hohlen Etikettierung versucht die Immobilienbranche einen besonders hohen Preis herauszuschlagen. Die Häufung von Traumhäusern führt am Ende eher zu Zersiedelung. So können in der Summe Träume zum Alptraum missglücken.

Brigitte Litzenberger, Harsefeld:

Für manch einen ist das sicherlich ein Traumhaus. Die Aussicht scheint ja wunderschön zu sein und das Haus wird viele Räume haben und durch die Fenster viel natürliches Licht. Es ist modern und wer modern mag, wird sich hier sicherlich wohl fühlen. Ich mag ältere Häuser. So nach Gutsherrenart, auch nicht klein aber mit Geschichte.

Cláudia Silva, Solingen:

Wenn ein Mensch mit dem Erwerb eines tollen Hauses sich einen Traum erfüllt, ist damit keineswegs sicher, dass er dadurch auch glücklich wird. Denn wenn nebenan ein noch tolleres Haus entsteht, könnte er neidisch werden. Und hängt das Gefühl von Glück und Geborgenheit vom Besitz eines Traumhauses ab? Ist es nicht die innere Zufriedenheit, die einen Menschen froh und glücklich macht? Und in Frieden schlafen lässt?

Franz de Jong, Mühlheim:

Mit einer Traumfrau in diesem Traumhaus leben; den Traum von mehreren Traumautos erfüllt haben; kaufen können, was das Herz sonst noch begehrt – was will ich mehr vom Leben! Irgendwie habe ich indes den Eindruck, dass mir noch etwas fehlt. Macht haben, wäre beispielsweise auch ganz schön. Und von den Menschen geliebt werden. Auch die Garantie, nicht krank, nicht Opfer eines Unfalls oder altersschwach zu werden. Doch selbst dann würde mir noch ein Letztes fehlen: Unsterblichkeit! Ich weiß, ich bin unbescheiden.

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