Kreativspiel

 

Vera Homsky, Prag:

Das muss ein überwältigendes Gefühl sein: Nach langer Seefahrt das Licht des Leuchtturms an der Einfahrt zur Bucht des Heimathafens aufleuchten zu sehen; nach Monaten, bei manchen Seefahrern auch Jahren voller Gefahren, die manches Mitglied der Mannschaft zum Krüppel gemacht oder gar das Leben gekostet hat, nach all den Strapazen heil nach Hause kommen.

Erinnerung an ein abgelegenes Dorf in Lateinamerika: Es wurde ein Fest vorbereitet. Bei Einbruch der Dunkelheit wurden wie jeden Abend Kerzen angezündet. Nach etwa einer Stunde wurden sie alle wieder ausgeblasen. Ein Countdown wurde runtergezählt und dann: Girlanden von Glühbirnen leuchteten auf. Jubelrufe und Klatschen ertönte: Das Dorf war ans Stromnetz angeschlossen worden.

Erich Halgenot, Düsseldorf:

Zwei Gebäude, die eine technische Funktion haben und weder zum Wohnen noch zum Arbeiten gebaut wurden. Das haben sie gemeinsam. Aber der Leuchtturm ist ästhetischer und schöner. Denn er ist rund gebaut und nicht eckig. Er ist gegliedert, hat symmetrische Fenster, einen proportionalen Umlauf mit Geländer und eine krönende Haube mit schmuckem Dach, Kugel und Windanzeigeaufsatz. Der Architekt hat ein harmonisches proportioniertes Gebäude geschaffen. Hinzu kommt die positiv besetzte Funktion als „Leuchtturm“. Sehnsuchtsmotiv, Seemannssicherheit, Wind und Meer, Urlaubsfeeling.

Das Umspannwerk hat nichts von alle dem. Weder Ästhetik noch positive Assoziationen! Die Lieblosigkeit wird durch den weißen Anstrich, der bei dreiviertel Höhe aufhört, noch unterstrichen.

Cláudia Silva, Solingen:

Vorsicht Hochspannung! Warnschilder halten uns davon ab, auf das Gelände vorzudringen oder gar in die Gebäude einzudringen. Denn Strom – mit dem sollte man besser nicht in Berührung kommen. Natürlich gibt es immer Leute, die zeigen wollen, wie mutig sie sind, und dass sie allen Gefahren trotzen können. Ich gehöre nicht zu ihnen. Ich denke: Ein vernünftiges Verhalten ist sogar klüger.

Franz de Jong, Mühlheim:

Es waren die epochalen Erfindungen wie die Stromerzeugung, die dem Leben der Menschen ungeahnte Horizonte eröffnet haben. Jetzt sind wir dabei, uns in der digitalen Welt einzurichten: Drohnen erledigen den Bomben- wie den Pakettransport, Autos, Flugzeuge und Schiffe fahren beziehungsweise fliegen selbständig, wir werden gefahren und werden geflogen. Interaktive virtuelle Erlebniswelten sorgen für unsere Kurzweil. Unsere bisherige Arbeit nehmen uns dienstbare Automaten ab. Das Aneignen von Fähigkeiten können wir uns mehr und mehr sparen. Bange Frage: Was wird aus uns, wenn wir nichts mehr zu können brauchen? Hobbyisten?

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Albert Schweitzer: Die ernste Arbeit
an dir selber, das ist's, was dich
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