Kreativspiel

 

Peter Perlisch, Aachen:

Seit meiner Geburt höre ich die Glocken des Aachener Domes. Gestört haben sie mich nie! Das sogenannte Vollgeläut an hohen Festtagen weckt in mir Begeisterung. Dann ist die tiefe Marienglocke dabei: Weihnachten und Ostern oder wir haben einen neuen Bischof. Im historischen Keller meines Hauses, im Schatten des Domes gelegen, befindet sich ein Kamin. Durch den Kaminschacht dringt das Geläut der Glocken an Heiligabend in den ansonsten stillen Raum. Feierlicher und anrührender geht es nicht! Ich halte inne, bevor dann später das Weihnachtsfest beginnt.

Eva Müller, Berlin:

Glocken sind Kunstwerke, die zu unserer Kultur gehören. Sie schlagen uns die Stunde, rufen zum Gebet, mahnen uns zum Gedenken an die Toten. Der Klang der großen schweren Glocken geht durch Mark und Bein. Glockengießen ist ein Vorgang, der in bester Weise die hohe Kunst traditionellen und von Generation zu Generation weiter gegebenen Handwerks präsent macht.

Franz de Jong, Mühlheim:

Also für die Uhrzeit brauchen wir den Glockenschlag nicht mehr. Und die Anzahl der Kirchenbesucher lässt sich wohl kaum dadurch steigern, dass kräftig geläutet wird. Manche, die mit Religion nichts anfangen können, stört sowohl der Ruf des Muezzin vom Minarett der nahen Moschee wie das aufweckende Läuten zur Frühmesse vom Kirchturm am Sonntagmorgen. Das ist bei schicken Altstadtwohnungen ein Nachteil.

Und trotzdem: Mir würde etwas fehlen, wenn das Geläut nicht mehr zumindest an hohen Feiertagen satt und voller Selbstbewusstsein – wie vom Kölner Dom – ertönen würde. Zugeben muss ich, dass wohl auch etwas Mahnendes mitschwingt. Das mag so manchen bewegen, wenigstens am Hl. Abend in die Kirche zu gehen. Ich gehe lieber erst am Sonntagmorgen; dann ist die Kirche nicht so voll.

Hubert Gerlach, Arnoldsweiler

Kirchenglocken können mit ihrem Geläut unseren Alltag begleiten. Sie markieren den Ablauf der Zeit, sie rufen herbei, sie lösen das Glockenspiel aus, sie verbreiten eine feierliche Stimmung an Festtagen. Schiller hat ihnen ein ganzes Gedicht gewidmet. Und zu Weihnachten singen wir „Süßer die Glocken nie klingen.“ Dazu noch Weihnachtsmarkt mit Glühwein, etwas Schnee aus der vorherigen Nacht, Abendsonne zu frostigen Temperaturen, bevor mehr und mehr Lichter angehen, der Geruch von Geröstetem – Glocken sind Teil der Idylle, die wir zu dieser Jahreszeit lieben.

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