Kreativspiel

 

Birgit Stauder, Mainz:

Wenn ein Mensch gestorben ist, verändert sich sein Körper innerhalb von Minuten. Es liegt nur noch die leibliche Hülle da. Herrscht bei den Angehörigen Einigkeit über die Form der Beerdigung – sei es aufgrund von Tradition oder des erklärten Willens des Verstorbenen oder von Gesprächen schon vor dem aktuellen Todesfall – erspart das viele Fragen, hilft das den Trauernden beim Loslassen und Abschiednehmen.

Ich mag alte Friedhöfe neben der Kirche. Besonders im Herbst, wenn das Laub im Sonnenschein auf den Gräbern liegt.

Eva Müller, Berlin:

Es ist sehr vielgestaltig, mit welchen Zeremonien und Bestattungsformen die verschiedenen Religionen aber auch Kultur- und Klimaregionen ihren Vorstellungen vom Tod Ausdruck geben. Ich nutze gerne die Gelegenheit, über einen Friedhof zu gehen, Grabsteine zu betrachten und die Ruhe zu genießen. Ein Ort der Stille und der Begegnung, wenn man nur einmal an die großen Friedhöfe der europäischen Metropolen denkt, wo die Berühmtheiten der vergangenen Jahrhunderte liegen. Unschön, wenn es lediglich zu einem touristischen Highlight verkommt.

Franz de Jong, Mühlheim:

Als ich am Grab meines Vaters stand und zwei Jahre später am Grab meiner Mutter, kam mir zu Bewusstsein: Niemand geht mehr vor dir! Jetzt stehst du in der ersten Reihe! Und wohin gehe ich? Friedhöfe sagen viel aus über Familien und die Gesellschaft, in der sie leben. An den Grabmälern mit ihren Inschriften lässt sich erkennen, was der Tote den Lebenden bedeutet hat; ob man ihm ein die Zeiten überdauerndes Denkmal setzen wollte oder ob er unter einem Bodenbedecker in Vergessenheit geraten ist. Ob der Tod mit Hoffnung verbunden war, unter welchem Zeichen gelebt wurde. Totenstille? Was würden die Toten uns Lebenden sagen, wenn sie denn könnten?

Werkstücke:

Bitte wählen Sie

 
© 2018 | Druckversion | Seite weiterempfehlen | Paul Halbe | Impressum | Kontakt
 

Albert Schweitzer: Die ernste Arbeit
an dir selber, das ist's, was dich
für Gottes Geist empfänglich macht.