Kreativspiel

 

Eva Müller, Berlin:

Ein Bild ist oft viel besser geeignet, einen Eindruck von einer Situation zu vermitteln, als es Worte können. Sprachunabhängig können emotionale Momente hervorragend eingefangen werden. Allerdings brennen sich negative Bilder auch entsprechend nachhaltig ein. Das kann für den ein oder anderen schon mal zur Belastung werden. Für mich ist es ein wunderbares Hobby, bei dem ich experimentieren kann und manchmal durch gelungene Momentaufnahmen belohnt werde.

Michaela Deckert, Duisburg:

Was hat der Fotograf im Visier? Auf welches Motiv richtet er sein Objektiv? Worauf will er die Aufmerksamkeit der späteren Betrachter lenken? Welches Detail will er herausheben? Fotos helfen, die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Andrea Campbell, Palma:

Dieser Fotograf mit der professionellen Kamera mutet schon fast altertümlich an. Wer nimmt sich heute noch Zeit, um ein wirklich gutes Foto zu machen? Zack und klick, und schon haben wir hunderte, wenn nicht tausende Eindrücke im Bild festgehalten. Doch wer kann mit dieser Bilderflut noch Schritt halten? Schon morgens gleich nach dem Aufstehen werfen wir das Handy an (wenn es denn über Nacht ausgeschaltet war), dann den Computer, Fernseher, iPad etc. Bis unsere Kinder um 9 Uhr früh in der Schule sitzen, sind sie bereits mit mehr Informationen "zugemüllt" worden als ein Mensch vor hundert Jahren in seinem ganzen Leben. Traurig, dass wir das mit uns machen lassen. Aber jeder hat die Wahl!

Hubert Gerlach, Arnoldsweiler:

Da richtet ein Fotograf - Beruf oder Hobby? - seine Kamera auf ein Objekt seiner Wahl. Offenbar geht er mit wachen Augen durch die Welt und hat Freude daran, Motive, die ihn ansprechen, zu fotografieren und so für späteres Betrachten zu konservieren. Soweit so gut. Allerdings führt die enorme Leistungsfähigkeit der Digitalkameras heute zu einer wahren Bilderflut. Eine Inflation der Bilder umgibt uns, und wir müssen aufpassen, nicht davon überwältigt zu werden. Nolens volens leben wir bereits in einer Scheinwelt der Bilder, die uns eine Welt im Zerrbild vorgaukeln. Wir sollten bemüht sein, uns durch die Dominanz der inflationär produzierten Bilder nicht den nüchternen Blick auf die eigentliche Wirklichkeit verstellen zu lassen.

Cláudia de Jesus Voigt, Monheim:

Mit Bildern leben wir in einer zweiten Welt: Die Welt unserer eigenen Perspektive. Beim Betrachten bilden wir unsere eigene Realität, die sich mehr oder weniger an die Perspektive des Photographen anlehnt. Wir leben in unserer Phantasiewelt. Eine Welt, in der wir denken und fühlen. Das Bild ist nur ein Mittel dieser inneren Welt Ausdruck zu verleihen.

Franz de Jong, Mühlheim:

Das Foto löst bei mir Neugier aus: Was sieht er durch den Sucher seiner Kamera? Welchen Ausschnitt hat er gewählt? Warum die Perspektive von unten? Für wen will er dieses Motiv aufnehmen? Zu welchem Zweck? Und dann kommen mir kritische Gedanken: Verkürzen wir unsere Wahrnehmungsfähigkeit nicht, wenn wir auf Reisen nur noch die Kamera vor dem Auge haben? Was geht an Intensität des Lebens verloren, wenn die Ohren, die Nase, das Tasten und Schmecken, das Herz kaum noch beteiligt sind? Geht uns in der Flut der Bilder am Ende nicht auch das Sehen verloren?

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