Kreativspiel

 

Hubert Gerlach, Arnoldsweiler:

Wiesen entwickeln im Frühjahr nach und nach ihre Schönheit. Ganz unterschiedliche Pflanzen wachsen heran. Zunächst dominieren die Gräser. Viele von ihnen verzweigen ihre Wurzeln. Dadurch entsteht die Grasnarbe, in die die anderen Pflanzen eingeflochten sind. Die Blütenstände der Gräser fallen farblich nicht auf.

Demgegenüber verleihen die farbenprächtigen Blüten der anderen Gewächse den Wiesen ihren Zauber. Beispielsweise:  Das leuchtende Gelb des Löwenzahns, das prächtige Rot des Klatschmohns, das morbid anmutende Violett der Herbstzeitlose. Die Blüten locken durch Duft und Farbe Insekten an. Bienen und Hummeln saugen Nektar.

Für ein Heer von Käfern und anderen Insekten ist das Reich der Stängel und Halme ein willkommener Lebensraum. Hier wie anderswo gilt das Gesetz der Stärke: Fressen und gefressen werden. Auflauern, überwältigen, tricksen. Wenn die Grillen zirpen und eine aus der Wiese in die Höhe gestiegene Lerche trällert, wirkt das auf uns wie eine Feier der Natur.

Franz de Jong, Mühlheim:

Die Nacht ist zu Ende. Die Sonne wird die Wiese trocknen. Wem es zu warm wird, der wird in den Untergrund verschwinden. Andere nutzen den frühen Tag zu einer ersten Mahlzeit. So mancher erklimmt einen Halm, öffnet die Flügel und schwebt davon. Frisches Grün genießen Raupen und Käfer. Vögel sammeln Insekten und füttern damit ihre Jungen.

Einzelgänger durchstreifen ihr Revier, stürzen sich auf Eindringlinge, wenn sie nicht selber Opfer eines Stärkeren werden, der geduldig ihnen aufgelauert hat. Heerscharen kleiner und flinker Krabbeler beherrschen als Kollektiv Grund und Boden. Das Pflanzenmeer wächst immer höher empor. Bis der Tag kommt, an dem die Wiese gemäht wird.

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