Warum 10 Gebote?

Irgendwie müssen die Menschen ihr Zusammenleben regeln. In der Tierwelt setzt sich die stärkere Gruppe durch und in der Gruppe das stärkere Tier. Dieses Verhaltensmuster lässt sich auch bei den Menschen beobachten. Aber es ist nicht ausschließlich. Aufgrund ihrer Entscheidungsfreiheit und Erkenntnisfähigkeit können Menschen eine Kultur des Zusammenlebens schaffen. Eine Rolle dabei spielen religiöse Vorstellungen. Das hebt die Menschen unter den Lebewesen hervor.

Unter den Religionen der Welt haben sich die Katholiken als einzige Kirche von weltlichen Herrschern und regionaler Begrenzung befreien können. Die Katholische Kirche ist Weltkirche. Sie vermittelt eine Offenbarungsreligion. Sie ist nicht durch philosophische Denkanstrengungen des Menschen entstanden, sondern durch das Sich-zu-erkennen-geben Gottes. Zuerst gegenüber einem auserwählten Volk, den Juden. Dann durch seine Menschwerdung als Gottessohn allen Menschen gegenüber.

Moses, der Führer des Volkes Israel, hat von Gott auf dem Berg Sinai die
10 Gebote erhalten, während die Israeliten um das Goldene Kalb tanzten. So wird es im Alten Testament berichtet. Autoritär wird den Israeliten vorgeschrieben, wie jeder einzelne sich Gott gegenüber und gegenüber den anderen Israeliten zu verhalten hat: „Du sollst ...!" Denn Gott, der sich als Schöpfer des Himmels und der Erde offenbart hat, ist in allem vollkommen, während der Mensch unvollkommen ist.

Das Neue Testament berichtet von Christus, dem Gottessohn. Er ist in unsere, von Raum und Zeit begrenzte Welt eingetreten. Vater und Sohn - nur an diesen Familiengestalten können wir unsere Vorstellungen von Gott festmachen. Alles andere übersteigt unsere Vorstellungskraft. Wir sehnen uns nach Vollkommenheit, aber in unserer Unvollkommenheit können wir sie mit unserem Denkvermögen nicht erfassen. Alle Versuche, Gott in unser Vorstellungsvermögen herunter zu ziehen, führen in die Irre menschlicher Unzulänglichkeit. 

 

Die 10 Gebote, aus der Vollkommenheit Gottes den Israeliten gegeben, sind von den Christen übernommen worden. Einige Gebote sind in die Rechtsprechung der Völker eingegangen, teilweise als Menschenrechte formuliert worden. Die Katholische Kirche, die ihre Strukturen weitgehend aus den autoritären Vorbildern weltlicher Herrschaft übernommen hat, vermittelt den Gläubigen Vorschriften, gebunden an Schuld und Strafen - und Vergebung.

Auch heute leben wir in einer Welt, in der das Zusammenleben der Menschen vielfach bedroht oder gestört ist. Nach wie vor toben Kriege, ist der Umgang vieler Völker miteinander von Machtgebaren geprägt, werden Menschen gequält und ermordet. Es wird gelogen und hinters Licht geführt. Wer Eigentum hat, muss es verstecken und bewachen. Der Umgang mit der Elterngeneration ist oft das Abschieben in ein Altersheim. Aufgehoben ist in vielen Gesellschaften das Gebot „Du sollst nicht ehebrechen!".

Seinen Glauben als Christ leben heißt: Sich zeitlebens auseinandersetzen mit den 10 Geboten. Denn sie verlangen die Umsetzung des Glaubens in konsequentes Handeln. Wer die Auseinandersetzung scheut und stattdessen die Gebote lieber „gehorsam annimmt", kommt schnell in die Gefahren der Versuchung; er muss aufpassen, nicht in verklemmtes Tabuverhalten zu verfallen. Die Gebote bedürfen einer Kirche, die kompetent argumentiert und vorlebt, was sie predigt.

Die Kirche kann mir meine Verantwortung für das, was ich denke, rede und tue, nicht abnehmen. Und ich kann mich nicht auf die Kirche herausreden, wenn ich meiner Verantwortung nicht gerecht werde. Ich kann mir den Himmel nicht verdienen, indem ich den Anweisungen und dem Vorbild der führenden Vertreter der Kirche ohne eigene Gewissensprüfung folge. Es führt kein Weg daran vorbei: Mein Leben vor Gott und in der Gemeinschaft der Menschen kann und muss ich selbstverantwortlich gestalten.

Machthaber

Der Starke hat Macht.
Denn er kann töten.

Der Glaubende hat Macht.
Denn man kann ihm nichts anhaben.

Demagogen haben Macht.
Denn sie können verführen.

Frauen haben Macht.
Denn sie können sich verweigern.

Der Hoffende hat Macht.
Denn er kennt das Ziel.

Der Richter hat Macht.
Denn er kann verurteilen.

Der Liebende hat Macht.
Denn er entwaffnet.

Jeder hat Macht.
Du sollst sie nicht missbrauchen! 

Wenn ich nun in fortgeschrittenem Alter über meine ständige Auseinandersetzung mit den 10 Geboten schreibe, so deshalb, weil ich mich als Mitglied der Katholischen Kirche aufgerufen fühle, trotz all meiner Schwächen und Fehler mich nicht zu verstecken, sondern mitzuteilen. Auch wenn alles immer nur vorläufigen und unvollständigen Charakter haben kann. Ich schreibe zu den einzelnen Geboten in der Reihenfolge, wie diese im Laufe der Jahre für mich zur Richtschnur wurden.

Als Papst Benedikt XVI. gefragt wurde, wie viele Wege es zu Gott gäbe, antwortete er: „So viele, wie es Menschen gibt." Er verweist mich also auf mich selbst: Ich muss meinen eigenen Weg gehen. Dazu muss ich meine Begabungen, die Vorbilder und Beispiele meines Umfelds nutzen. Ich bin auf mich selbst gestellt, ich bin eigenverantwortlich. Die 10 Gebote sind die Orientierung für meine Lebensführung. Ich muss sie als Wegweiser auf meinem persönlichen Weg zu Gott beachten. 

Die 10 Gebote auf meinem Lebensweg:

Das 4. Gebot: Eine "Herdprämie" für meine Eltern! (Oktober 2013)
Welche Erinnerungen haben wir an unsere Eltern? Oder haben wir mit ihnen Pech gehabt? Was haben wir von ihnen gelernt? Wozu brauchen wir Eltern?  Brauchen wir beide, Vater und Mutter?

Das 8. Gebot: Kein Frieden ohne Wahrheit! (November 2013)
Wann vertrauen wir einem Menschen? Was tun wir, um geliebt zu werden? Wovon lassen wir uns beeindrucken? Warum lügen wir? Missbrauchen wir das Vertrauen anderer?  Was fördert unser Zusammenleben? Wodurch bezeugen wir unseren Glauben?

Das 3. Gebot: Einfach nur drauflos leben? (Dezember 2013)
Wozu nutzen wir den Sonntag? Freuen wir uns auf den Sonntag? Gibt es ein feststehendes Programm für den Ablauf? Suchen wir Geselligkeit oder eine Zeit des Alleinseins? Gehen wir als Christen in den Gottesdienst?

Das 7. Gebot: Eigentum verpflichtet - wozu? (Januar 2014)
Was ist Eigentum? Lässt sich eine gerechte Verteilung von Wohlstand schaffen? Ist die Kath. Kirche reich? Zerstört das Streben nach Reichtum und Wohlergehen unseren Planeten? Macht Verzichten frei?

Das 6. Gebot: Nicht mit Steinen werfen! (Januar 2014)
Gibt es Liebe ohne Sexualität? Welchen Sinn macht der Mensch als Mann und Frau? Warum Regeln für das Sexualverhalten? Liebe - intim oder öffentlich? Was bestimmt außer der Sexualität das Zusammenleben von Männern und Frauen?

Das 5. Gebot: Wider die Arroganz des Tötens! (Februar 2014)
Lassen wir uns von Vorurteilen beherrschen? Sind wir rechthaberisch? Pflegen wir unsere Feindschaften? Können wir unsere Zunge im Zaum halten? Können wir verzeihen? Sind wir herrschsüchtig?

Das 2. Gebot: Nicht sich selbst verkünden! (März 2014)
Wie reden wir von Gott? Geben wir ein selbstgefälliges Lebenszeugnis? Wie glaubwürdig ist unser Reden und Tun? Missbrauchen wir Gott zur Durchsetzung unserer persönlichen Ziele? Woran erkennt man uns als Kinder Gottes?

Das 1. Gebot: Ich glaube an den einen Gott. (April 2014)
Was macht es schwer, an Gott zu glauben? Wie hat sich Gott den Menschen mitgeteilt? Können wir uns eine Vorstellung von Gott machen? Welche Konsequenzen hat mein Glaube an Gott? Müssen wir Gott fürchten?

Das 4. Gebot [PDF, 499.3 kB]
Das 8. Gebot [PDF, 688.8 kB]
Das 3. Gebot [PDF, 1.8 MB]
Das 7. Gebot [PDF, 1.8 MB]
Das 6. Gebot [PDF, 1.8 MB]
Das 5. Gebot [PDF, 747.6 kB]
Das 2. Gebot [PDF, 844.7 kB]
Das 1. Gebot [PDF, 1.7 MB]

Werkstücke:

Bitte wählen Sie

 
© 2018 | Druckversion | Seite weiterempfehlen | Paul Halbe | Impressum | Kontakt
 

Albert Schweitzer: Die ernste Arbeit
an dir selber, das ist's, was dich
für Gottes Geist empfänglich macht.