Kreativspiel

 

Brigitte Litzenberger, Harsefeld:

Zuerst war ich erschrocken. Dann fand ich es makaber. Schließlich cool: Da setzt sich einer hin, verkleidet als „Kopfloser", und hält seinen Mitmenschen den Spiegel vor: Kopflosigkeit. Ich würde mir wünschen, die Menschen würden sich mehr überlegen, was sie sagen und vor allem, wie sie etwas sagen. Ich bemühe mich darum. Dem Kopflosen würde ich eine Münze in seine Schale werfen und ihm wünschen, seinen Kopf wieder zu finden.

Sebastian Ablass, Kiel:

Endlich sehe ich mal, was ich bei vielen vermute: Kopflosigkeit. Es könnte einer der kopflosen, von Gier zerfressenen Anzugträger sein. Sieht bequem aus, so Geld zu verdienen, ist aber wahrscheinlich nach der ersten Stunde anstrengend und nach einer Woche auch nur ein Job. Aus kommerzieller Sicht ein idealer Kunde; stellt keine Fragen, der Verstand hinterfragt nichts, aber die meisten Dinge kann er noch kaufen und nutzen (außer sehr kopfspezifische wie Zahnpasta und Co.) Nimmt jemand Köpfe in Zahlung?

Karen Leube, Aachen:

Mit dem Begriff "kopflos" verbinde ich die englische Redewendung "to run around like a chicken with its head cut off". Das Bild stellt aber etwas ganz Anderes dar: der "Kopflose" sitzt in der Sonne, entspannt, begibt sich vielleicht demnächst auf eine Reise. Mir scheint, er macht sich keine Sorgen. Die Münzen im Korb können ihm helfen, sich gewisse Extras zu kaufen, ein Eis oder eine Taxifahrt, nichts, was für das Überleben ausschlaggebend ist.

Also scheint "kopflos" hier zu suggerieren, dass der Mensch ohne Kopf entlastet sein kann. Die endlosen Gedankenschleifen sind weg, samt der Sorge um die Zukunft, um Geld, Kinder, Partner, Job, usw. Es lohnt sich demnach, in regelmäßigen Abständen eine Zeit lang "kopflos" in der Sonne zu sitzen.

Anne Hodgkinson, Sant Agustì:

Der kopflose Mann ist ein Monster. Ein brutaler Idiot. Geschoben von der Masse, selbst die Masse schiebend. Eine Figur wie von Charlie Chaplin erfunden. Männer mit Kopf sind dagegen natürlich Genies!

Hubert Gerlach, Arnoldsweiler:

Die Figur wirkt auf mich surreal und könnte der Phantasie eines René Magritte entsprungen sein. Auf dem Stuhl sitzt ein geschniegelter Dandy, dem absurderweise der Kopf zu fehlen scheint. Nun dürfte man bei manchem Dandy ohnehin keinen Kopf vermuten. Dem Augenschein nach handelt es sich um einen Torso, eine unvollständige Figur. Generell beruht die Unvollständigkeit entweder auf Zerstörung oder ist von vornherein beabsichtigt. Das vorliegende Bild stellt keinen wirklichen Torso, sondern nur die Illusion davon dar.

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