Führungspositionen verlangen gekonnte Kommunikation

In Unternehmen und Organisationen trifft man auf recht individuelle Formen von Führungsstil. Je nach Charakter, Temperament und Selbstverständnis nehmen die Chefs ihre Aufgabe irgendwo zwischen autoritär und beteiligend wahr. Viele Führungskräfte lassen sich leiten von Sympathien und Antipathien. Andere orientieren sich an der fachlichen Leistung ihrer Mitarbeiter. Führungskompetenz zeigt sich indes jenseits solcher Voreinstellungen im souveränen Handeln. Mit gekonnter Kommunikation werden gemeinsam mit den zugeordneten Mitarbeitern dauerhaft Spitzenleistungen erbracht. Ohne sich dabei zu verausgaben oder die Freude an der gemeinsamen Arbeit zu verlieren. Die erschreckend hohen Zahlen zur sogenannten Inneren Emigration von Mitarbeitern in den Betrieben belegen, dass dies nicht allzu oft erreicht wird.

Geht man den Gründen der Inneren Emigration nach, stößt man meistens auf Chefs im Dauerstress. Kommt ein Mitarbeiter mit einer Frage zu ihnen, heißt es: "Lassen Sie sich von meiner Sekretärin einen Termin geben." Oder: "Ich komme gleich zu Ihnen." Er kommt aber nicht. "Ich rufe gleich zurück." Tut er aber nicht. Zur Sekretärin: "Sagen Sie ihm, ich würde mich bei ihm melden." Oder: "Sagen Sie, ich wäre nicht da." So äußern sich Führungsversager. Chefs, die gute Fachleute sind, sich selbst aber nicht organisieren und damit auch nicht ihren Führungsbereich organisieren können, die sich weder präzise und zuverlässig mitteilen noch verstehend zuhören können, sind eine Fehlbesetzung. In Chefpositionen müssen fachliche und soziale Kompetenz in der Führungsperson vereint sein. Soziale Kompetenz drückt sich aus im Kommunikationsverhalten.

Zum Kommunizieren gehört, dass wir verstehen, was man uns sagt. Wir sind ausgesperrt, wenn wir die Sprache der anderen nicht verstehen. Der Grad des Verstehens entscheidet darüber, wie wirklichkeitsnah wir uns in dieser Welt zurecht finden. Der Verständnishorizont und die Artikulationsfähigkeit eines Menschen sind individuell, sind Ergebnis seiner Persönlichkeitsentwicklung. Manche können zwar das große Wort schwingen, haben inhaltlich aber nichts zu sagen. Das gilt es zu durchschauen. Sich nicht blenden lassen! Andere haben eine Fülle von Einsichten und bewundernswerte Feinfühligkeit, können sich aber nicht mitteilen. Worauf es ankommt: Verstehen, Artikulieren und Reden zu einem Dreiklang seiner Person entwickeln! Dann spiegelt sich die Einheit der Persönlichkeit in der Souveränität ihrer Kommunikation wider.

 
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